
Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Gwangju in Südkorea hat Ermittlungen zum Verschwinden von Bitcoins im Wert von 70 Milliarden Won (47,7 Millionen US-Dollar) eingeleitet, wie lokale Medien berichteten.
Die Behörde entdeckte das Verschwinden der Bitcoins bei einer routinemäßigen Überprüfung beschlagnahmter Vermögenswerte.
Eine interne Prüfung ergab, dass die Ursache ein Passwortleck war. Ein Mitarbeiter der Abteilung war Opfer eines Phishing-Angriffs geworden, indem er eine gefälschte Website besuchte.
„Wir untersuchen derzeit die Umstände des Verlusts und den Verbleib der beschlagnahmten Vermögenswerte. Konkrete Details können wir noch nicht bestätigen“, teilten Beamte der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur Yonhap mit.
Südkoreas Oberster Gerichtshof urteilte Anfang Januar erstmals, dass die Beschlagnahme von Bitcoins aus Kryptobörsen-Wallets in Strafverfahren rechtmäßig ist. Zuvor war lediglich die Konfiszierung von Vermögenswerten zum Wohle des Staates zulässig.
Aufdeckung eines kriminellen Kryptonetzwerks
Am 19. Januar zerschlug Südkorea ein Geldtransfernetzwerk, über das Kriminelle digitale Vermögenswerte im Wert von 150 Milliarden Won (~110 Millionen US-Dollar) transferierten.
Der örtliche Zoll hat den Fall gegen drei Verdächtige, darunter einen 30-jährigen chinesischen Staatsangehörigen, an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Ihnen wird ein Verstoß gegen das Devisengesetz vorgeworfen.
Die Ermittlungen ergaben, dass die illegale Struktur über vier Jahre hinweg mehr als 100 Millionen US-Dollar gewaschen hat, die über die Zahlungsdienste WeChat Pay und Alipay eingenommen wurden. Die Betrüger tauschten die Gelder an ausländischen Börsen in Kryptowährung um, transferierten sie auf Wallets in Südkorea und hoben sie anschließend in bar ab.
Um die Geldtransfers zu verschleiern, wurden juristische Formulierungen verwendet: Zahlungen für Schönheitsoperationen und ein Auslandsstudium.
Zur Erinnerung: Im November wurde die größte südkoreanische Kryptobörse Upbit gehackt und 36,8 Millionen Dollar erbeutet. Grund dafür war eine Sicherheitslücke im internen System.
