
Laut dem Finanzdienstleistungsunternehmen River, das auf der Social-Media-Plattform X einen Beitrag veröffentlichte, haben fast 60 % der führenden US-Banken damit begonnen, Bitcoin-bezogene Dienstleistungen anzubieten oder entsprechende Pläne angekündigt.
Brian Armstrong, CEO der Kryptobörse Coinbase, bestätigte einen Stimmungswandel im Bankensektor. Nach seiner Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos (19. bis 23. Januar) stellte er fest, dass Bankmanager Kryptowährungen gegenüber aufgeschlossener geworden seien.
„Die meisten Bankmanager, die ich getroffen habe, stehen Kryptowährungen sehr positiv gegenüber und sehen sie als Chance. Einige sind noch nicht so weit. Der Chef einer der zehn größten Banken weltweit sagte mir, Kryptowährungen hätten für sie höchste Priorität und seien für sie überlebenswichtig“, so Armstrong.
Diese Aussage ist besonders aufschlussreich, da amerikanische Banken Kryptowährungen gegenüber äußerst misstrauisch waren und angeblich an der sogenannten „Operation Choke 2.0“ beteiligt waren – einer Regierungsinitiative zur Einschränkung von Bankdienstleistungen für Krypto-Unternehmen.
Schweizer Riese reiht sich in die Liste ein
Jüngster Neuzugang auf Rivers Liste ist der Schweizer Bankenriese UBS, der auch auf dem US-Markt aktiv ist. Laut einem am Freitag veröffentlichten Bericht von Bloomberg prüft die Bank die Möglichkeit, ihren vermögendsten Kunden den Handel mit Bitcoin und Ethereum zu ermöglichen.
Eine Liste der 25 größten Finanzinstitute in den USA verdeutlicht das Ausmaß des Wandels in der Branche. Banken bieten eine Vielzahl von Dienstleistungen an, von Handels- und Verwahrungslösungen bis hin zu Bitcoin-besicherten Krediten.
Drei der vier großen Unternehmen sind bereits im Einsatz.
Von den vier größten US-Banken haben drei bereits ihre Pläne für Kryptowährungen angekündigt. JPMorgan Chase erwägt die Einführung des Kryptowährungshandels, Wells Fargo bietet institutionellen Kunden Dienstleistungen wie Bitcoin-besicherte Kredite an, und Citigroup prüft die Möglichkeit von Verwahrungsdienstleistungen für Kryptowährungen.
Laut Forbes übersteigen die Gesamtaktiva dieser drei Banken 7,3 Billionen US-Dollar. Diese Zahlen verdeutlichen, welch bedeutenden Teil des amerikanischen Bankensystems bereits von Kryptowährungsinnovationen beeinflusst wurde.
Banken bleiben jedoch in Bezug auf bestimmte Aspekte der Kryptoindustrie vorsichtig. Sie gehören weiterhin zu den lautstärksten Kritikern von Stablecoins und befürchten, dass diese ernsthafte Risiken für das Finanzsystem darstellen könnten.
Zehn große Banken bleiben vorerst abseits.
Die Bank of America, das vierte Mitglied der „Big Four“ der amerikanischen Finanzinstitute und die zweitgrößte Bank des Landes, hat noch keine Pläne zur Einführung von Kryptowährungsdienstleistungen bekannt gegeben. Forbes schätzt ihr Vermögen auf über 2,67 Billionen US-Dollar.
Mehrere andere große Akteure halten sich im Kryptowährungsmarkt weiterhin zurück. Capital One mit einem Vermögen von 694 Milliarden US-Dollar und die Trust Bank mit einem Vermögen von 536 Milliarden US-Dollar haben laut Recherchen von River ebenfalls kein öffentliches Interesse an Kryptowährungen gezeigt.
Dennoch ist der Trend eindeutig: Das amerikanische Bankensystem akzeptiert Kryptowährungen zunehmend als unvermeidlichen Bestandteil der finanziellen Zukunft. Stellungnahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos bestätigen, dass sich dies nicht nur auf Produktebene vollzieht, sondern auch im Denken der Topmanager der weltweit größten Finanzinstitute.
