
Eine On-Chain-Analyse des auf Rubel lautenden Stablecoins A7A5 deckte eine Reihe von Anomalien auf, die dem Konzept eines stabilen, nutzerorientierten digitalen Vermögenswerts widersprechen. Die Daten deuten auf künstliche Aktivitäten, mangelnde nachhaltige Nachfrage und ein für Stablecoins untypisches Netzwerkverhalten hin.
Diese Schlussfolgerungen basieren auf einer Studie des BitOK-Teams, die dem BeInCrypto-Redaktionsteam zur Verfügung steht.
Was ist mit dem A7A5 nicht in Ordnung?
Rund 16,2 Billionen Rubel flossen durch das A7A5-Netzwerk, während der Gesamtbestand aller Adressen nur etwa 95 Milliarden Rubel beträgt. Dieser Umsatz ist um ein Vielfaches höher als die tatsächliche Guthabenmenge im Netzwerk. Für einen Stablecoin, der für die Speicherung und Transaktionen von Nutzern gedacht ist, erscheint dieses Verhältnis ungewöhnlich.
Mehr als die Hälfte der Adressen weisen ein Guthaben von null oder nahezu null auf. Auf diesen Adressen werden keine Gelder gehalten, und Token werden schnell transferiert. Gleichzeitig sind die ein- und ausgehenden Transaktionen im gesamten Netzwerk, einschließlich der größten Adressen, nahezu identisch. Dies erweckt den Eindruck einer rein mechanischen Abwicklung und nicht den einer tatsächlichen Nutzeraktivität.
Adressen mit den höchsten Transaktionsvolumina verarbeiten Hunderte von Milliarden Rubel, doch ihre Guthaben werden regelmäßig auf ein Minimum reduziert. Sie werden weder zur Speicherung noch zur Tokenakkumulation genutzt, was der Logik eines stabilen Vermögenswerts widerspricht.
Die Struktur der Überweisungen vervollständigt das Bild. Einer der häufigsten Transaktionsbeträge bleibt 1.000 Rubel, was auf ein Transaktionsmuster und eine mögliche Automatisierung hindeutet.
Künstliche Aktivität und synchrones Verhalten von Adressen
Die durchschnittliche Anzahl an Transaktionen pro Adresse liegt bei etwa sechs, doch diese Zahl ist irreführend. Die meisten Adressen waren nur an ein oder zwei Transaktionen beteiligt, während der Großteil des Transaktionsvolumens auf eine kleine Gruppe von Teilnehmern konzentriert war. Das typische Transaktionsverhalten einer Adresse entspricht nicht dem Durchschnitt.
Ein weiteres alarmierendes Anzeichen ist die Synchronität der Aktivitäten. Adressen tauchten massenhaft gleichzeitig auf und verfielen wieder. Dem Netzwerk fehlt ein gleichmäßiges Wachstum und eine natürliche Verteilung der Aktivitäten über die Zeit, und die Lebensdauer der meisten Adressen bleibt kurz.
In der neunten Kalenderwoche des Jahres 2025 überstieg die Zahl der neu eröffneten Adressen 10.000 innerhalb einer Woche. Dieser Anstieg fiel zeitlich mit der Verhängung von EU-Sanktionen gegen die Kryptobörse Garantex zusammen. Aufgrund der Einschränkungen suchten einige Nutzer möglicherweise nach alternativen Zahlungsmethoden, doch die Aktivität bei den Adressen ging danach schnell zurück.
Wie sich die Anzahl der neuen A7A5-Adressen im Laufe der Woche verändert hat.
Überweisungen umfassen häufig Beträge von 1.000 Rubel. Ende Februar 2025 wurden im Netzwerk auch zahlreiche Mikrotransaktionen von 5 und 2 Rubel verzeichnet. Viele Überweisungen gingen an leere Adressen. Von einigen Adressen wurden Dutzende solcher Transaktionen getätigt, was darauf hindeuten könnte, dass das Projektteam versucht, die Anzahl aktiver Adressen künstlich zu erhöhen.
Abschluss
Die On-Chain-Daten zeigen, dass A7A5 gravierende Probleme aufweist. Trotz des enormen Token-Umschlags verbleiben die Token kaum auf den Adressen, Transfers erfolgen in gleichbleibendem Umfang hin und her, und die meisten Aktivitäten konzentrieren sich auf wenige Teilnehmer. Adressen tauchen zudem gleichzeitig auf und verschwinden wieder, und manche Aktivitäten scheinen rein formaler Natur zu sein.
Diese Kombination von Merkmalen ist ungewöhnlich für einen Stablecoin, der von normalen Nutzern aktiv verwendet wird. Es sieht eher nach einem technischen Werkzeug für Zahlungen aus, um Sanktionen zu umgehen.
