Aktien vs. Token: Der Kryptowährungsmarkt bereitet sich auf ein neues Eigentumsmodell im Jahr 2026 vor

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Legion-Mitbegründer Matty identifizierte ein zentrales Problem der Kryptoindustrie: eine tiefe Kluft zwischen Aktieninvestoren und Token-Inhabern, die sich über Jahre hinweg immer weiter vergrößert hat. Uniswap ist ein Paradebeispiel dafür. Mehr als fünf Jahre nach dem UNI- Airdrop aktivierte das Protokoll die Gebührenumstellung. Die Entscheidung fiel nach einer Reihe von Verzögerungen, erneuten Abstimmungen und Widerstand von Marktteilnehmern, die vom Markt als Vertreter der Aktien wahrgenommen wurden, und erhielt schließlich über 62 Millionen Stimmen.

Laut dem Experten verdeutlicht dieser Fall den aktuellen Stand des Verhältnisses zwischen Token und Bruchteilseigentum. Trotz formaler Beteiligung an der Governance erhielten UNI- Inhaber lange Zeit keinen wirtschaftlichen Nutzen, während sich der Hauptwert durch Gebühren auf Eigenkapitalebene anhäufte. Der Experte merkte an, dass dieses Modell nicht nur für Uniswap, sondern auch für die meisten Protokolle mit nachhaltigen Einnahmen charakteristisch sei, bei denen Eigenkapital und Token um dieselben Einnahmen konkurrieren, jedoch innerhalb unterschiedlicher rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen agieren.

Er erinnerte daran, dass zuvor diametral entgegengesetzte Lösungen vorgeschlagen wurden, von der vollständigen Abschaffung von Eigenkapital und der Verlagerung aller Eigentumsrechte auf die Blockchain bis hin zur Abschaffung von Token. Beide Ansätze haben ihre Befürworter, weisen aber systembedingte Einschränkungen auf. Laut Matty tritt der Markt in eine Phase ein, in der anstelle von Extremen Hybridmodelle angestrebt werden, die Rechtssicherheit mit Programmierbarkeit und Token-Liquidität verbinden.

Er schätzt daher, dass 2026 ein Jahr intensiver Token-Experimente sein wird. Ein Schlüsselereignis dürfte der Start eines DTC-Pilotprojekts in der zweiten Jahreshälfte 2026 sein, das es Marktteilnehmern in den USA erstmals ermöglichen wird, tokenisierte Wertpapiere auf öffentlichen und privaten Blockchains zu besitzen. Parallel dazu ergreifen traditionelle Finanzakteure bereits praktische Schritte.

„Die Uniswap-Erfahrung dient Kryptoprojekten als Warnung. Der Konflikt zwischen Eigenkapital und Token löst sich nicht von selbst und erfordert eine sorgfältige Planung, klare Vereinbarungen zwischen den Parteien und vorab festgelegte Regeln für die Wertverteilung“, erklärte der Experte. Er merkte an, dass die Ursachen des Problems in regulatorischer Unsicherheit und fehlenden Standards liegen, doch Initiativen wie Project Crypto und der Clarity Act könnten bereits Anfang dieses Jahres für Rechtssicherheit sorgen.

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