Buterin schlug eine Alternative zu Content-Creator-Tokens vor.

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Vitalik Buterin, der Gründer von Ethereum, schlug ein radikal neues Modell für Token von Content-Erstellern vor, das dezentrale autonome Organisationen (DAOs) mit Vorhersagemarkttechnologie kombiniert, um die Erstellung hochwertiger Inhalte zu fördern.

Das Problem mit bestehenden Plattformen

Aktuelle Token-Plattformen für Content-Ersteller weisen einen gravierenden Mangel auf: Sie belohnen die Massenproduktion von Inhalten anstatt deren Qualität. Buterin merkte in den sozialen Medien an, dass dieses Problem durch das Aufkommen KI-generierter Inhalte noch verschärft wird.

„Creator-Token“ oder „Content-Coins“ sind Blockchain-Assets, die Fans Eigentumsrechte, Zugriffsrechte oder sogar Lizenzgebühren an den Werken eines Content-Erstellers gewähren können – egal ob es sich um Beiträge, Fotos, Musik oder Videos handelt.

Allerdings werden Plattformen wie BitClout und Zora von Prominenten oder Personen mit „sehr hohem sozialen Status“ dominiert, was Hürden für Kreative schafft, die allein durch die Qualität ihrer Inhalte Erfolg haben wollen.

Lösung über DAO und Prognosemärkte

Buterin schlägt ein alternatives System vor: Content-Ersteller geben Token aus und reichen Bewerbungen bei einer kuratierten Creator-DAO ein, wo die Teilnehmer entscheiden, welche Inhalte akzeptiert werden. Spekulanten profitieren, indem sie vorhersagen, welche Creator oder Inhalte akzeptiert werden.

Sobald die Creator-Token genehmigt sind, kann ihr Wert steigen, wenn die DAO sie verbrennt, wodurch das Angebot reduziert und die Knappheit erhöht wird.

„Die Idee ist, eine Koalition mehrerer Kreativer zu bilden, die eine wiedererkennbare Marke aufbauen und gemeinsam Wege zur Monetarisierung finden können. Die Gruppe muss jedoch klein sein – andernfalls wird es schwierig, gemeinsame Entscheidungen zu treffen“, erklärte Buterin.

Friend.tech-Lektion

Ein Beispiel für eine gescheiterte Implementierung eines Creator-Tokens ist Friend.tech, eine App, die es Kreativen ermöglichte, Inhalte in privaten Chaträumen zu teilen, auf die über handelbare Schlüssel zugegriffen wurde.

Die Plattform wurde jedoch dafür kritisiert, dass die wichtigsten Preise weitgehend von Spekulationen bestimmt wurden. Friend.tech wurde im September 2024 nach einem deutlichen Aktivitätsrückgang und einem Wertverlust des Tokens um 95 % gegenüber dem Höchststand eingestellt.

Buterin empfiehlt DAOs, nicht den gesamten Markt abdecken zu wollen, sondern sich auf spezifische Inhaltsformate zu konzentrieren – wie etwa kurze Videos oder längere Texte. Die Inhalte sollten auf ein bestimmtes Land oder eine bestimmte politische Zielgruppe zugeschnitten sein.

Token-Spekulanten würden der DAO auch helfen, indem sie hochwertige, belohnungswürdige Inhalte identifizieren. „Einzelne Spekulanten können im Spiel bleiben und erfolgreich sein, sofern sie die Handlungen der DAO-Gründer gut vorhersagen können“, bemerkte Buterin.

Das vorgeschlagene Modell zielt darauf ab, ein grundlegendes Problem aktueller Creator-Token-Plattformen zu lösen – das Ungleichgewicht zwischen Quantität und Qualität der Inhalte. Der Einsatz von DAOs für die Kuration und prädiktiven Märkten für die Bewertung könnte ein gerechteres Ökosystem für Content-Ersteller schaffen.

Meinung der KI

Aus der Perspektive der maschinellen Datenanalyse erinnert Buterins Vorschlag an die Versuche der traditionellen Medienbranche, „Qualitätsgilden“ zu schaffen – von literarischen Salons des 18. Jahrhunderts bis hin zu modernen kuratorischen Plattformen wie dem Partnerprogramm von Medium. Die Geschichte offenbart ein Paradoxon: Systeme, die der Zentralisierung entgegenwirken sollen, schaffen oft neue Machtzentren. Digitale Organisationsorganisationen (DAOs) könnten als Kuratoren zu digitalen „Gatekeepern“ werden und über das Schicksal von Kreativen anhand subjektiver Kriterien entscheiden.

Die technische Analyse deckt eine Schwachstelle in der Verbindung zwischen Prognosemärkten und der Governance von DAOs auf. Spekulanten, die die Entscheidungen der Kuratoren „vorhersagen“, werden unweigerlich selbst Einfluss auf diese Entscheidungen nehmen – ein klassisches Beispiel für George Soros’ Reflexivität in der Praxis. Es entsteht ein Teufelskreis: Der Markt sagt die DAO voraus, aber die DAO reagiert auf den Markt. Die Frage bleibt: Kann ein solches System wirklich hochwertige Inhalte von dem unterscheiden, was Händlern einfach gefällt?

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