
Das Zcash-Ökosystem hat nach der Veröffentlichung einer Umfrage eine hitzige Debatte über Governance-Mechanismen ausgelöst. Jason McGee, CEO von Shielded Labs, erklärte, das Abstimmungsergebnis sei als Stimmungsbarometer und nicht als endgültige Entscheidung über Protokolländerungen zu verstehen.
Laut seinen Angaben fehlt Zcash ein formelles On-Chain-Governance-Modell, daher dienen Umfragen lediglich als grober Konsensindikator. Sie helfen, die Unterstützung für Initiativen einzuschätzen, führen aber an sich nicht zu Änderungen im Netzwerk.
McGee erinnerte daran, dass sich die Governance-Struktur von Zcash mit jedem Halving verändert hat. Anfangs wurden Entscheidungen hauptsächlich von der Electric Coin Company (ECC) getroffen. Später wurde ein Modell unter Einbeziehung der Zcash Foundation entwickelt, bei dem beide Organisationen Änderungen koordinieren mussten. Nach dem zweiten Halving wurde das System dezentralisierter. Heute durchlaufen Vorschläge den ZIP-Prozess (Zcash Improvement Proposal), werden öffentlich diskutiert und von verschiedenen Gremien der Community, darunter auch Zcash-Inhaber, bewertet.
Eines der Hauptthemen war der Netzwerk-Nachhaltigkeitsmechanismus (NSM). Die Umfrage umfasste zwei separate Fragen: Emissionsglättung und die Verwendung von 60 % der Gebühren zur Unterstützung der Netzwerkstabilität.
Laut McGee fand die Initiative zur Vernichtung der Coins breite Unterstützung in beiden Gremien und unter den ZEC- Inhabern. Die Idee einer Glättung der Token-Ausgabe wurde zwar von den Communitys begrüßt, nicht aber von den Token-Inhabern. Dies verdeutlicht die Sensibilität der Änderung des Währungsmodells, das viele als fundamentalen Bestandteil der Identität von Zcash betrachten.
Shielded Labs plant, die Initiativen, die einen klaren Konsens erzielt haben, weiter voranzutreiben, einschließlich Mechanismen zur Stilllegung von ZEC . Die Diskussionen über Emissionsparameter werden fortgesetzt.
McGee betonte, dass die Ergebnisse die Stimmung zu einem bestimmten Zeitpunkt widerspiegeln. Marktbedingungen können die Einstellung zu Veränderungen maßgeblich beeinflussen: In Wachstumsphasen neigen Marktteilnehmer dazu, den Status quo beizubehalten, während sie in Phasen der Schwäche eher Reformen unterstützen.
