
Die Zentralbank plant, die Möglichkeit der Verwendung von auf Rubel lautenden Stablecoins für Inlandszahlungen zu prüfen. Die Aufsichtsbehörde beabsichtigt, einen Beratungsbericht zu erstellen und das Thema mit Marktteilnehmern zu erörtern. Derzeit können solche Instrumente nicht für Inlandszahlungen verwendet werden, da die geltende Gesetzgebung die Verwendung von Währungsersatzprodukten im Inland verbietet.
Das Redaktionsteam von BeInCrypto untersuchte, wie sich die Initiative auf den Status des beliebtesten Rubel-denominierten Stablecoins, A7A5, auswirken könnte.
Rubel-Stablecoins in Russland: Was die Zentralbank diskutiert
Rubel-denominierte Stablecoins können derzeit in Russland nicht als Zahlungsmittel verwendet werden. Die Zentralbank stuft solche Instrumente als monetäre Ersatzwährungen ein, und ihre Verwendung im Inland ist daher gemäß dem Zentralbankgesetz verboten.
Wladimir Tschistjuchin, Erster Stellvertretender Vorsitzender der Zentralbank, gab bekannt, dass die Aufsichtsbehörde eine Studie in Form eines Gutachtens plant. In diesem Gutachten will die Zentralbank Russlands die Relevanz der bestehenden Beschränkungen und deren Vereinbarkeit mit den aktuellen Finanzmarktbedingungen bewerten.
Das Thema wird bereits von Infrastrukturteilnehmern angesprochen. Sergei Shvetsov, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Moskauer Börse, erklärte, die dem Verbot zugrunde liegenden Risiken seien seit Langem nicht mehr überprüft worden. Er verwies zudem auf internationale Erfahrungen, wonach Stablecoins nicht nur für grenzüberschreitende Überweisungen, sondern auch für inländische Zahlungen in zahlreichen Ländern genutzt werden.
Die Diskussion befindet sich noch in einem frühen Stadium. Die Studie bedeutet nicht automatisch eine Zustimmung – die Regulierungsbehörde untersucht derzeit lediglich die potenziellen Folgen und sammelt Meinungen aus dem Markt.
Die Position von A7A5 kann sich ändern
A7A5 ist ein auf Rubel lautender Stablecoin, der im Verhältnis 1:1 an den Rubel gekoppelt ist. Die Sicherheiten werden durch die Anlage eingehender Gelder auf Bankkonten generiert. Die Zinserträge aus diesen Einlagen werden an die Token-Inhaber ausgeschüttet. Die aktuelle Rendite beträgt ca. 15 % pro Jahr und ist damit vergleichbar mit Rubel-Einlagen.
Die Gutschrift erfolgt durch die automatische Erhöhung des Token-Bestands in der Wallet des Nutzers. Token-Inhaber müssen ihre Guthaben weder sperren noch auf separate Instrumente übertragen – das Guthaben wächst mit den erzielten Einnahmen.
Experten, die von BeInCrypto befragt wurden, weisen auf den unklaren Rechtsstatus des Finanzinstruments hin. Die russische Gesetzgebung definiert einen auf Rubel lautenden Stablecoin nicht explizit. Die Gelder sind nicht versichert, und solche Token können nicht für Inlandstransaktionen verwendet werden.
Die Initiative der Zentralbank steht in direktem Zusammenhang mit solchen Instrumenten. Sollte die Aufsichtsbehörde die kontrollierte Verwendung von Rubel-Stablecoins im internen Zahlungsverkehr zulassen, würde dies die praktischen Anwendungsszenarien von A7A5, vor allem im Zahlungsverkehr und im Unternehmensumfeld, erweitern.
Aktuell dient der Token als Instrument zur Speicherung und zum Transfer von Rubel-Liquidität innerhalb der Blockchain-Infrastruktur, hat aber in Russland keinen rechtlichen Zahlungsstatus.
