
Am 24. Februar erreichte der Bitcoin-Kurs ein lokales Tief von rund 62.800 US-Dollar. Innerhalb von 24 Stunden fiel der Kurs um fast 5 %. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung hatte er sich auf 63.200 US-Dollar erholt.

Stundenchart von Binance BTC/USDT. Quelle: TradingView.
Die Ethereum-Kurse fielen um 4,8 % auf 1.800 US-Dollar. Im Anschluss an die beiden größten Kryptowährungen brach der gesamte Markt ein.

Die zehn größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Quelle: CoinGecko.
Die Marktkapitalisierung des digitalen Vermögenswertsektors ist um 4 % auf 2,2 Billionen US-Dollar gesunken. Der gängige Marktstimmungsindikator liegt bei 8, was dem Bereich „extremer Angst“ entspricht.

Quelle: Alternative.me.
Analysten führten die Korrektur auf geopolitische Spannungen zurück. Insbesondere die Meldungen über die Erhöhung der US-Zölle beeinflussen weiterhin den Kursrückgang. Makroökonomische Faktoren verstärken die Risikoscheu der Anleger bei digitalen Vermögenswerten, erklärte Min Zhong, Forscher bei Presto Research, gegenüber The Block.
Kritische Zone
Andri Fauzan Ajima, Forschungsleiter bei Bitrue, hat den Bereich zwischen 60.000 und 63.000 US-Dollar als entscheidende Unterstützungszone für Bitcoin identifiziert. Sollte der Kurs über oder innerhalb dieses Bereichs bleiben, „werden negative Zinsen dem Markt in die Hände spielen“. Sie werden Druck auf Leerverkäufer ausüben und die Voraussetzungen für eine klassische Kompression nach Liquidationen schaffen.
Auslöser für eine Erholung könnten eine Verbesserung der makroökonomischen Faktoren oder eine Wiederaufnahme der Mittelzuflüsse in ETFs sein.
Sollte der Kurs unter 60.000 US-Dollar fallen, könnte er laut Ajimas Prognose auf 50.000 bis 55.000 US-Dollar oder sogar auf 47.000 US-Dollar sinken. In einem negativen Szenario würden sich die Liquidationen aufgrund der sich verschlechternden externen Lage beschleunigen. Dies würde, so Ajima, die Kapitulation langfristiger Anleger auslösen und die aktuelle Korrektur bis zur Erreichung des Tiefpunkts im Zyklus verlängern.
Schuldenabbau
Zhong betonte, dass Kryptowährungen einen stärkeren Rückgang verzeichnen als traditionelle Risikoanlagen, die sich weiterhin als „relativ widerstandsfähig“ erweisen.
„Die Divergenz deutet darauf hin, dass der Ausverkauf nicht nur durch makroökonomische Faktoren bedingt ist, sondern auch durch eine schwache Nachfrage, geringe Liquidität und den anhaltenden Schuldenabbau auf dem Kryptomarkt“, fügte er hinzu.
Dieser Trend wird durch ETF-Daten bestätigt: Spot-Bitcoin-Fonds verzeichneten die fünfte Woche in Folge Abflüsse – die längste Serie seit März 2025.
Gleichzeitig hat eine vollständige Kapitulation noch nicht stattgefunden. Laut Ajima ist der aktuelle Kursverfall primär auf einen Schuldenabbau zurückzuführen. Dies zeigt sich an Folgendem:
- Kaskadierende Liquidationen von Long-Positionen im Wert von Hunderten von Millionen;
- negative Finanzierungszinsen;
- ein starker Rückgang des offenen Interesses.
„Kurzfristig orientierte Anleger erleiden Verluste, aber langfristig orientierte Anleger verkaufen ihre Vermögenswerte noch nicht massenhaft; On-Chain-HODL-Signale deuten auf eine stille Akkumulation inmitten taktischer Risikoreduzierung hin“, sagte der Experte.
Man beachte, dass große Spekulanten auf eine Erholung des Bitcoin-Kurses gesetzt und dadurch das Volumen der Short-Positionen stark reduziert haben.
