
Der CryptoQuant-Analyst Kripto Mevsimi bezeichnete die Jahre 2024–2025 als den Zeitraum der „größten Freigabe“ des langfristigen Angebots der ersten Kryptowährung der Geschichte.
Größte langfristige Bitcoin-Angebotsfreigabe in der Geschichte
„Bitcoin durchläuft nicht nur einen Preiszyklus, sondern möglicherweise auch einen Wandel in der Zusammensetzung der Anleger und deren Beweggründen – und das langfristige Angebotsverhalten der Inhaber ist eines der deutlichsten On-Chain-Signale für diesen Wandel.“ – Von @KriptoMevsimi pic.twitter.com/LfXE7tImtC
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) 22. Januar 2026
Der Experte untersuchte die Kennzahlen für ein reges Angebot an Kryptowährungen, deren Kurs seit über zwei Jahren unverändert ist. Die aktuellen Verkaufsvolumina dieser Assets übertreffen die Werte der Bullenmärkte von 2017 und 2021.
In der Vergangenheit ging das Wiederaufleben ruhender Bitcoins typischerweise mit starken Preisanstiegen und einem Zufluss spekulativen Kapitals einher. Die aktuelle Entwicklung findet zwar in einem ruhigeren Marktumfeld statt, betrifft aber deutlich ältere Kryptowährungen.
Laut Analysten deutet dies auf eine strukturelle Kapitalrotation hin. Frühe Investoren, die auf die Knappheit und die Selbstverwahrung des Vermögenswerts gesetzt haben, trennen sich von ihren Positionen. Bitcoin findet nun neue Marktteilnehmer, deren Entscheidungen von Preis, makroökonomischen Faktoren und der globalen Liquidität abhängen.
Daten von Anfang 2026 zeigten zwar einen Umsatzrückgang gegenüber den Höchstständen der beiden Vorjahre, doch eine vollständige Trendwende sei noch nicht in Sicht, bemerkte Kripto Mevsimi. Im Laufe des Jahres werde sich zeigen, ob es sich um eine vorübergehende Nachfrageschwäche oder den Beginn einer neuen Akkumulationsphase handle.
Fragiles Gleichgewicht und Verkaufsdruck
Die On-Chain-Struktur von Bitcoin bleibt fragil. Der Preis schwankt um wichtige Kursniveaus, und es gibt laut einem Bericht von Glassnode keine überzeugenden Anzeichen für eine langfristige Akkumulation.
#Bitcoin konsolidiert sich in einem Niedrigvolumenbereich, wobei der Spot-Druck nachlässt, die Hebelwirkung gering ist und die Volatilität eher als kurzfristig denn als strukturell eingepreist wird.
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— glassnode (@glassnode) 21. Januar 2026
Experten stellten fest, dass das Angebotsvolumen erhalten bleibt: Jüngste Käufer erzeugen Widerstand und begrenzen so das Wachstumspotenzial. Kurzfristige Kursanstiege werden genutzt, um Positionen zu schließen (Allokation).
Der Markt befindet sich in einer moderaten Korrekturphase. Analysten haben zwei wichtige Niveaus identifiziert:
- Unterstützung: 81.100 US-Dollar – Durchschnittlicher Marktpreis.
- Widerstand: ~98.400 $ — durchschnittlicher Kaufpreis für kurzfristige Anleger.
Versuche einer Konsolidierung nach oben stoßen auf Verkäufe von Investoren, die im ersten bis dritten Quartal 2025 Positionen aufgebaut hatten. Die aktuelle Struktur erinnert an die Situation Anfang 2022, als wiederholte Fehlversuche der jüngsten Käufer, die Gewinnschwelle zu überschreiten, die Konsolidierung verzögerten.
Wer verkauft?
Der Hauptdruck kommt von Marktteilnehmern, die die Coins vor 3–6 Monaten gekauft haben. Sie realisieren Verluste, wenn der Kurs wieder auf ihr Einstiegsniveau (über 110.000 US-Dollar) zurückkehrt, um ihr Risiko zu reduzieren.
Zusätzlicher Druck entsteht durch ein großes Angebotscluster oberhalb von 100.000 US-Dollar, das von langfristigen Anlegern gebildet wird. Ohne einen starken Zustrom neuer Nachfrage werden diese Niveaus schwer zu durchbrechen sein.
Die Aktivität von Händlern, die minimale Gewinne (0–20 %) erzielen, hat ebenfalls zugenommen. Marktteilnehmer bevorzugen es, Positionen schnell mit geringer Marge zu schließen, ohne auf eine Fortsetzung des Trends zu setzen.
Spotmarkt und Derivate
Die Spotmärkte haben sich erholt. Binance und aggregierte Daten deuten auf eine Rückkehr der Käufe hin. Coinbase, das zuvor Verkaufsdruck erzeugt hatte, hat seine Aktivität reduziert, was die Preise stabilisiert hat.
Gleichzeitig agieren die Finanzabteilungen der Unternehmen passiv. Die Kapitalflüsse der Unternehmen sind sporadisch und schwanken um neutrale Werte, wodurch sie dem Markt keine systemische Unterstützung bieten.
Die Experten von Glassnode bezeichneten den Derivatemarkt als „Geisterstadt“:
- Die Volumina im Futures-Handel sind gering, die Hebelwirkung wird niedrig genutzt;
- Der Optionsmarkt sieht Risiken nur auf der kurzen Frist, die langfristigen Erwartungen bleiben stabil;
- Die Händlerpositionierung (Gamma) unterhalb von 90.000 US-Dollar ist negativ, was die Volatilität bei Kursrückgängen erhöht. Oberhalb dieses Niveaus herrscht ein „Long-Gamma“, das hingegen jegliche Wachstumsversuche zunichtemacht.
Analysten zufolge hat Bitcoin seinen Tiefpunkt nicht aufgrund eines Kapitalzuflusses erreicht, sondern aufgrund einer Verkaufspause. Der Markt befindet sich in einer Phase geringer Liquidität und wartet auf einen Auslöser, der das Interesse der großen Marktteilnehmer zurückbringt.
Zur Erinnerung: Der CryptoQuant-Analyst Julio Moreno berichtete, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Anteil der „neuen“ Wale an der realisierten Marktkapitalisierung der ersten Kryptowährung den Anteil der langfristigen Inhaber überstieg.
