
Benchmark-Analysten haben die Bedrohung durch Quantencomputer für Bitcoin als „langfristig“ und „beherrschbar“ bezeichnet. In einem neuen Bericht mahnten Experten laut The Block zur Vorsicht vor Panik.
Der Forscher Mark Palmer räumte die theoretische Anfälligkeit der Kryptographie der ersten Kryptowährung ein, betonte aber, dass Angriffe in der realen Welt „Jahrzehnte, nicht Jahre“ dauern würden. Entwickler hätten also genügend Zeit, das Protokoll anzupassen.
Ein leistungsstarker Quantencomputer könnte theoretisch einen privaten Schlüssel anhand öffentlicher Daten berechnen. Palmer stellte jedoch klar, dass diese Bedrohung nur für Coins in Adressen gilt, deren öffentliche Schlüssel bereits offengelegt wurden.
Risikobewertung
Benchmark schätzt, dass 1 bis 2 Millionen BTC gefährdet sind. Es handelt sich dabei um Guthaben in wiederverwendeten Adressen oder Wallets aus der „Satoshi-Ära“.
Die Schätzungen variieren: Der K33-Forscher Vetle Lunde beziffert das Risiko auf 6,8 Millionen BTC. Er wies jedoch auf die Unsicherheit bezüglich des Zeitpunkts hin und rief die Entwickler zu einer besseren Koordination auf, anstatt panikartige Verkäufe zu tätigen.
Die Prognosen der Experten hinsichtlich des Zeitpunkts der tatsächlichen Bedrohung gehen auseinander:
- Der Risikokapitalgeber Chamath Palihapitiya sagte im November, dass die Risiken in den nächsten 2 bis 5 Jahren an Bedeutung gewinnen werden;
- Der Kryptograph Adam Beck widersprach dem pessimistischen Szenario und verschob den Zeithorizont um 20 bis 40 Jahre nach hinten.
Benchmark wies auch die These zurück, dass die Architektur von Bitcoin unflexibel sei. Analysten erinnerten an erfolgreiche Soft Forks wie Taproot und prognostizierten einen reibungslosen Übergang des Netzwerks zu Quantenstabilität.
Branchenvorbereitung
Die wichtigsten Akteure haben bereits mit den Vorbereitungen auf das Post-Quantenzeitalter begonnen:
- Die Ethereum Foundation hat eine Sicherheitsgruppe gegründet und ein Forschungsstipendium in Höhe von 1 Million US-Dollar bereitgestellt;
- Coinbase hat einen Beirat eingerichtet, um Risiken zu bewerten und Schutzstrategien zu entwickeln.
Auch die Anleger bleiben vorsichtig: Jefferies-Stratege Christopher Wood hatte Bitcoin zuvor aus seinem Modellportfolio ausgeschlossen und die Quantentechnologie als existenzielle Bedrohung für das Netzwerk bezeichnet.
Zur Erinnerung: Der führende Analyst James Check von Checkonchain erklärte, der Hauptgrund für die Schwäche der ersten Kryptowährung seien groß angelegte Verkäufe durch langfristige Inhaber und nicht Bedenken hinsichtlich der langfristigen Perspektiven des Vermögenswerts.
