
Im Zuge des Hypes um OpenClaw ist in chinesischen sozialen Medien ein kostenpflichtiger Dienst zur Entfernung des KI-Agenten aufgetaucht. Zuvor mussten Nutzer für die Installation bezahlen, berichtet die SCMP.
Auf dem Xianyu-Marktplatz (dem Kleinanzeigenportal von Alibaba) tauchen massenhaft Angebote für die „Entfernung von OpenClaw“ auf. Ein Nutzer aus Shanghai, der unter dem Nicknamen „mojito lime water“ bekannt ist, verlangt 299 Yuan (43,55 US-Dollar) für diese Dienstleistung. Er hat bereits Dutzende ähnlicher Aufträge abgeschlossen.
Ähnliche Dienstleistungen werden auch in anderen Großstädten Chinas angeboten.
Der sprunghafte Anstieg des Interesses an OpenClaw erfolgte, nachdem das chinesische Nationale Computer-Interventionszentrum eine Warnung herausgegeben hatte, dass die Software, die zum Ausführen von KI-Agenten verwendet wird, extrem schwache Standard-Sicherheitseinstellungen aufweist.
Die Chinesische Akademie für Informations- und Kommunikationstechnologie kündigte den Start einer Initiative zur Schaffung von Standards für sogenannte Claw-Agenten an, um das Problem ihrer undurchsichtigen Entscheidungsmechanismen anzugehen.
Das Institut plant, Beiträge von Unternehmen und Branchenexperten einzuholen, um Anforderungen zu entwickeln, die als „Reliable Capability Requirements for Intelligent Assistant Agents (Claw) Products“ bezeichnet werden und Standards für die Qualitätskontrolle und Zuverlässigkeit des Verhaltens von KI-Agenten umfassen.
Der Hype um OpenClaw
OpenClaw wurde 2025 veröffentlicht und erfreute sich aufgrund seiner Fähigkeit, Aufgaben selbstständig auszuführen, wie das Sortieren oder Beantworten von E-Mails, das Schreiben von Arbeitsberichten und das Vorbereiten von Präsentationen, schnell großer Beliebtheit.
In China erfreute sich die Software besonderer Beliebtheit: Die Menschen standen Schlange und waren bereit, für die Installation von KI-Agenten auf ihren Geräten zu bezahlen.
Laut Zhou Hongyi, Mitbegründer und Vorsitzender des chinesischen Cybersicherheitsunternehmens 360 Security Technology, befinden sich von den rund 150.000 Installationen über 40 % in China.
„Im Zeitalter der KI werden die größten Angriffe möglicherweise nicht mehr von Server-Schwachstellen ausgehen, sondern von intelligenten Agenten, denen die Berechtigung zur Ausführung von Aufgaben erteilt wird“, sagte der Experte.
Mehrere Universitäten in China haben Warnungen vor OpenClaw ausgesprochen. Sie raten dazu, ausschließlich die neueste offizielle Version der Anwendung zu verwenden, den Internetzugang des Programms einzuschränken und die Berechtigungen sorgfältig zu überwachen.
Die Nutzer wurden außerdem vor riskanten Aktionen wie der Installation von Drittanbieter-Mirror-Servern, dem Besuch nicht verifizierter Websites und der Deaktivierung detaillierter Protokollierungsfunktionen gewarnt.
Wie wir uns erinnern werden, beauftragte die Meta-AI-Sicherheitsforscherin Summer Yue im Februar den OpenClaw-KI-Agenten damit, ihre überquellenden E-Mails zu sortieren. Der Bot begann daraufhin blitzschnell alles zu löschen.
