
Am 4. März stieg der Bitcoin-Kurs über 71.800 US-Dollar. Der gesamte Markt für digitale Vermögenswerte folgte diesem Beispiel, einschließlich Ethereum – der Kurs pendelte sich über 2.050 US-Dollar ein.

Binance-Chart (15 Minuten) zum Kursverlauf von BTC/USDT. Quelle: TradingView.
Das Wachstum wurde durch die starke Nachfrage nach US-Spot-Bitcoin-ETFs unterstützt, die in den letzten fünf Tagen Zuflüsse von 1,4 Milliarden Dollar verzeichneten.
ETF-Fallen
Die Analysten von Bitfinex erklärten in einem Kommentar gegenüber CoinDesk die vorherige Stagnation des Bitcoin-Kurses mit den Besonderheiten des Handels mit börsengehandelten Fonds (ETFs). Ihren Angaben zufolge glättet sich die Marktreaktion auch vor dem Hintergrund steigender Ölpreise und geopolitischer Spannungen.
Die Ausgabe neuer ETF-Anteile erfolgt durch autorisierte Marktteilnehmer – große Banken und Market Maker. Angesichts der steigenden Nachfrage verkaufen diese häufig Wertpapiere an Anleger, die noch nicht verfügbar sind. Regulierungsbehörden erlauben solche Transaktionen: Handelsteilnehmer können mit einer Verzögerung von einigen Stunden bis zu einem Tag echte Bitcoins erwerben, um sich die verkauften Anteile zu sichern.
Folglich wird der Geldzufluss in die Fonds sofort abgebildet, während der eigentliche Kauf der Kryptowährung am Spotmarkt verzögert erfolgt. Wenn Market Maker schließlich das „digitale Gold“ kaufen, werden ihre Transaktionen häufig durch Verkaufsdruck überlagert. Dies hält den Kurs in einer engen Spanne.
„Die Kapitalisierung der Fonds wächst, aber der Bitcoin-Preis stagniert aufgrund fehlender Soforttransaktionen. Daher könnte der Kurs künstlich niedrig erscheinen“, so Experten.
Die Analysten von Bitfinex ergänzten, dass eine solche Verzögerung unter normalen Umständen keine signifikanten Auswirkungen habe. In Zeiten hoher Volatilität könne die Zeitspanne zwischen der Nachfrage nach ETFs und den tatsächlichen Käufen den Preis der jeweiligen Kryptowährung jedoch erheblich verzerren.
Größter ETF-Drawdown
Ein Analyst, der unter dem Pseudonym Darkfost firmiert, wies auf den rekordverdächtigen Dollarverlust hin, mit dem Anleger im Spot-Bitcoin-ETF konfrontiert waren.
📉 Bitcoin-ETFs verzeichneten den größten Kursrückgang seit ihrer Einführung
Die Inhaber von Spot-Bitcoin-ETFs, die die Nachfrage ihrer Anleger widerspiegeln, stehen derzeit im Vergleich zum durchschnittlich realisierten Preis, der auf rund 79.000 US-Dollar geschätzt wird, unter Druck.
💡 Diese Kennzahl sollte als … betrachtet werden. pic.twitter.com/oWA0QHyDes
— Darkfost (@Darkfost_Coc) 4. März 2026
Seinen Berechnungen zufolge liegt der durchschnittliche Einstiegspreis für Käufer dieser Fonds bei etwa 79.000 US-Dollar. Solange die erste Kryptowährung unter 70.000 US-Dollar gehandelt wird, werden Anleger Verluste erleiden. Der Experte stellte klar, dass diese Kennzahl lediglich als Richtwert dient, aber den durchschnittlichen Kaufpreis am Markt recht gut widerspiegelt.
Während der Korrekturphase überstiegen die Mittelabflüsse aus Fonds 8,9 Milliarden US-Dollar. Besonders stark betroffen war BlackRocks IBIT. Von seinem Höchstwert von 806.000 BTC verlor der Fonds über 42.000 BTC, was den Kurs des Vermögenswerts erheblich belastete.
Darkfost merkte an, dass sich die Lage allmählich stabilisiere. Der Gesamtrückgang gegenüber den historischen Höchstständen habe sich auf 7,8 Milliarden Dollar verringert.
Das große Ganze
Am 3. März beliefen sich die Nettozuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs auf insgesamt 225,15 Millionen US-Dollar.

Quelle: SoSoValue.
Die positive Entwicklung setzt sich in der zweiten Woche fort. Der kumulierte Mittelzufluss erreichte am 2. und 3. März 683,3 Millionen US-Dollar. Die zuvor positive Entwicklung der Vorwoche beendete eine längere Phase von Mittelabflüssen in Höhe von insgesamt fast 4 Milliarden US-Dollar.
Bei Altcoin-Fonds ist eine uneinheitliche Entwicklung zu beobachten. Spot-ETFs auf Ethereum verloren 10,75 Millionen US-Dollar an Kapital.

Quelle: SoSoValue.
XRP- und Solana-basierte Produkte erzielten dagegen Umsätze von 7,53 Millionen US-Dollar bzw. 1,03 Millionen US-Dollar.
Die allgemeine Marktstimmung bleibt pessimistisch, trotz des Kursanstiegs von Bitcoin um 9,5 % in der vergangenen Woche. Der Fear-and-Greed-Index ist auf 10 gefallen.

Index für Angst und Gier im Kryptowährungsbereich. Quelle: Alternative.
Der Milliardär Ray Dalio kritisierte Bitcoin erneut im Podcast „All-In“. Er wies auf den Mangel an Privatsphäre, die potenzielle Bedrohung durch Quantencomputer und die geringe Marktgröße im Vergleich zu Gold hin.
Ray Dalio hat gerade vor Bitcoin gewarnt:
„Keine Privatsphäre.“
„Die Zentralbanken werden es nicht kaufen.“
„Quantenrisiken.“
„Kleiner, kontrollierter Markt.“Lustig.
Dieselbe Kritik wurde auch schon bei einem Kurs von 100 Dollar geäußert. pic.twitter.com/hDCltK9rwH
— Simply Bitcoin (@SimplyBitcoin) 3. März 2026
Matt Hogan, Chief Investment Officer von Bitwise, bezeichnete Dalios Argumente als langfristige Chance.
„Aus diesen Gründen beträgt der Wert von Bitcoin nur 4 % des Goldwertes. Gäbe es diese Probleme nicht, läge der Preis der Kryptowährung bereits bei etwa 750.000 US-Dollar. Ich investiere unter anderem deshalb in die erste Kryptowährung, weil ich sicher bin, dass sich die Situation im Laufe der Zeit ändern wird“, schrieb Hogan.
Zur Erinnerung: Am 3. März erklärten die Experten von Wintermute, dass der Kryptomarkt aufgrund steigender Energiepreise und struktureller Veränderungen in der Weltwirtschaft weiterhin fragil sei.
