Bitwise CIO: DeFi kann den Kryptomarkt aus dem Bärenmarkt führen

Der Sektor der dezentralen Finanzen (DeFi) hat das Potenzial, die Branche aus einer langwierigen Korrekturphase herauszuholen, sagt Matt Hogan, Chief Investment Officer von Bitwise.

„Bärenphasen eröffnen enorme Chancen für aufmerksame Marktteilnehmer. Gerade jetzt formiert sich eine davon im DeFi-Bereich“, bemerkte der Experte.

Laut seinen Angaben haben sich die Marktführer in diesem Segment bereits zu „seriösen Unternehmen mit echten Nutzern“ entwickelt. Das Handelsvolumen auf Uniswap übertrifft regelmäßig das von Coinbase, und der Jahresumsatz von Aave liegt bei über 100 Millionen US-Dollar.

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Monatliche Handelsvolumina auf Uniswap. Quelle: DefiLlama.

Die jüngsten Änderungen in der Governance führender Protokolle und die Zuflüsse institutioneller Investitionen deuten auf eine Stärkung der Fundamentaldaten in diesem Segment hin, die laut Hogan der Haupttreiber des nächsten Bullenmarktes sein werden.

„Krypto-Investoren haben die Nase voll von leeren Versprechungen; sie wollen echte Nutzer, Umsätze und Wert sehen. DeFi erfüllt diese Beschreibung perfekt“, erklärte er.

Eine neue Phase für DeFi

Im Mittelpunkt des Ereignisses stand die Ankündigung des neuen Governance-Angebots von Aave durch den CIO von Bitwise mit dem Namen „Aave Will Win“ . Historisch gesehen seien DeFi-Token „eine schlechte Investition“ gewesen. Trotz des Wachstums vieler dezentraler Plattformen seien deren Governance-Token stark gefallen.

  • Im vergangenen Jahr ist der Preis von AAVE um 50 % eingebrochen;
  • UNI notiert auf dem Niveau von vor fünf Jahren.

Die schwache Dynamik ist größtenteils auf regulatorischen Druck zurückzuführen. Während der Anlaufphase vieler Projekte verfolgte die SEC eine strenge Linie und nutzte den Howey-Test, um Vermögenswerte als Wertpapiere einzustufen.

Um Ansprüchen vorzubeugen, entzogen die Entwickler den Token bewusst das Recht auf Erträge. Infolgedessen wurde der Markt mit „Dummies“ überschwemmt – Governance-Token, die wirtschaftlich in keinem Zusammenhang mit dem Erfolg der Protokolle selbst standen.

Laut Hougan ist die Initiative von Aave Labs bahnbrechend. Sämtliche Einnahmen aus Produkten der Marke Aave fließen direkt in die DAO-Kasse, die den Token-Inhabern gehört. Die Vereinbarung überträgt außerdem die Rechte am geistigen Eigentum und reformiert das Anreizsystem zwischen Entwicklern und der Community.

„Theoretisch fließt jeder Dollar Produktumsatz an die DAO. Diese entscheidet dann, wie die Gelder verwendet werden – beispielsweise zur Finanzierung der Aave-Entwicklung, zum Rückkauf von Token oder zur Bildung von Reserven“, betonte der Experte.

In einem solchen Szenario wird AAVE zum zentralen wirtschaftlichen Vermögenswert des Ökosystems, und das Entwicklerunternehmen wird zu einem Dienstleister, der an der Entwicklung des Tokens interessiert ist.

Die Initiative hat in der Branche eine Debatte ausgelöst, aber Hogan glaubt, dass der Trend hin zu einer zunehmenden Tokenomics den Sektor verändern könnte.

„Betrachtet man das Ganze aus einer breiteren Perspektive, ergibt sich ein Gesamtbild. AAVE – der zweitgrößte DeFi-Token – wandelt sich von einem reinen Governance-Token zu einem Token, dessen Inhaber ein klares Anrecht auf die Einnahmen des Protokolls haben. Und wenn AAVE das kann, können es auch andere DeFi-Projekte“, so das Fazit des CIO von Bitwise.

Druck auf den Altcoin-Markt

Der Altcoin-Sektor durchlebt schwierige Zeiten. Der Verkaufsdruck hat ein Fünfjahreshoch erreicht, wie IT Tech, ein Mitarbeiter von CryptoQuant, feststellte.

Allein in den letzten 13 Monaten ist die kumulierte Differenz zwischen dem Volumen des Kaufs und Verkaufs von Kryptowährungen ohne Bitcoin und Ethereum um 209 Milliarden US-Dollar gesunken.

Im Januar 2025 herrschte noch Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, der Indikator lag nahe null. Seitdem verzeichnen die zentralisierten Spotbörsen jedoch kontinuierliche Nettoverkäufe. Der Rückgang erfolgt im Zuge einer Korrektur des digitalen Goldpreises, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 67.500 US-Dollar notiert.

Der Analyst identifizierte strukturelle Veränderungen im Verhalten der Marktteilnehmer:

  • Privatanleger haben ihre Altcoin-Positionen aufgelöst;
  • „Kluges Geld“ wurde in andere Anlageklassen umgeschichtet;
  • Das institutionelle Interesse an der Anhäufung von „alternativen Währungen“ hat sich als fruchtlos erwiesen.

IT Tech ist der Ansicht, dass es sich bei dem aktuellen Geschehen nicht um einen gewöhnlichen Kursrückgang handelt. Die Indikatoren deuten nicht darauf hin, dass der Tiefpunkt erreicht ist, sondern vielmehr auf ein tatsächliches Fehlen von Käufern im Altcoin-Segment.

Zur Erinnerung: Matrixport hat einen nachlassenden Verkaufsdruck auf Bitcoin-Basis festgestellt. Laut Matrixport ist die Stimmung am Kryptomarkt auf ein extrem niedriges Niveau gefallen.

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