
Die Nutzer von Bluesky haben die neue KI-Anwendung Attie, mit der man eigene Algorithmen für soziale Netzwerke erstellen und persönliche Feeds im AT-Protokoll-Ökosystem gestalten kann, negativ aufgenommen.
Attie feierte ihr Debüt auf der ATmosphere-Konferenz. Seitdem haben rund 141.000 Nutzer Atties Konto im sozialen Netzwerk blockiert. Nur US-Vizepräsident Jay Dee Vance wurde häufiger gesperrt – nämlich über 180.000 Mal.

Die fünf meistbelegten Konten nach Blockgröße in Bluesky. Quelle: Clearsky.
Eine KI-Anwendung umging den Account des Weißen Hauses.
Attie hat nur 1.500 Follower, was bedeutet, dass er von 94-mal mehr Nutzern blockiert wurde, als er Follower hat.
Bluesky hat als Alternative zur X-Plattform einen bedeutenden Teil der Nutzerschaft (derzeit 43 Millionen registrierte Konten) für sich gewonnen. Für viele ist die Plattform zu einem Zufluchtsort vor den gängigeren sozialen Netzwerken geworden, in denen künstliche Intelligenz weit verbreitet ist.
Die Einführung von Atties KI-Lösung war vermutlich ein Verrat an den Nutzern. Bluesky wurde zudem dafür kritisiert, dass es sich weigerte, grundlegende Funktionen wie das Versenden von Bildern in privaten Nachrichten hinzuzufügen.

Quelle: Bluesky.
Die ehemalige Bluesky-CEO Jay Graber (jetzt Chief Innovation Officer) und ihr Team begannen vor einigen Monaten mit der Entwicklung von Attie. Sie ist überzeugt, dass die großen Plattformen von heute KI zu ihrem eigenen Vorteil nutzen, um die Verweildauer der Nutzer in Apps zu erhöhen, Daten zu sammeln und Algorithmen zu kontrollieren.
„Wir glauben, dass KI den Menschen dienen sollte, nicht Plattformen. Ein offenes Protokoll gibt Ihnen diese Möglichkeit. Sie können Ihre eigenen Feeds erstellen, die Software nach Ihren Wünschen gestalten und wichtige Informationen von irrelevanten Daten trennen“, betonte Graeber.
Zur Erinnerung: Im Februar stellte Meta die KI-Funktion „Dear Algo“ vor, mit der Threads-Benutzer die Algorithmen für Inhaltsempfehlungen personalisieren können.
