Ein Short Squeeze im Wert von 300 Millionen Dollar treibt Bitcoin auf ein Zweimonatshoch über 95.000 Dollar.

Der Bitcoin-Kurs überschritt am 14. Januar die Marke von 96.000 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit November. Nach wochenlanger Seitwärtsbewegung schloss sich die Kryptowährung dem Aufwärtstrend von Risikoanlagen und Edelmetallen an.

Binance-Chart (15 Minuten) zum Kursverlauf von BTC/USDT. Quelle: TradingView.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert der Kurs des digitalen Vermögenswerts bei 95.100 US-Dollar (+3,4 % pro Tag).

Analysten von QCP Capital stellten fest, dass Bitcoin lange Zeit hinter Gold und dem Aktienmarkt zurückgeblieben war. Der Durchbruch der Marke von 95.000 US-Dollar brachte diese Entwicklung ins Wanken – diese Barriere hatte das Kurswachstum seit November gebremst.

Experten zufolge sind im aktuellen Preis bereits wichtige makroökonomische Risiken eingepreist: von den Ereignissen in Venezuela und im Iran bis hin zur US-Zollpolitik. QCP ermöglichte Kapitalflüsse in digitale Vermögenswerte vor dem Hintergrund der Abwertung von Fiatwährungen.

„Sofern keine neuen unbekannten Faktoren vorliegen, sollten Kursrückgänge als Kaufgelegenheit betrachtet werden“, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Der Gründer von Capriole Investments, Charles Edwards, wies auf ein wichtiges technisches Signal hin – den Tagesschlusskurs über dem Eröffnungskurs von 2025 (93.500 US-Dollar). Dies geschah zum ersten Mal seit dem 6. Januar.

„Damit eröffnet sich eine gute Chance für einen Anstieg auf 108.000 US-Dollar. Ein Wochenschlusskurs über 93.500 US-Dollar ist erforderlich, um eine bullische Trendwende zu bestätigen“, schrieb Edwards.

Ein Händler unter dem Pseudonym Jelle verzeichnete ebenfalls einen Ausbruch aus dem absteigenden Dreieck, das sich seit Mitte November gebildet hatte.

Einige Experten bleiben jedoch vorsichtig. Ein Händler mit dem Pseudonym Roman bezeichnete die aktuelle Dynamik aufgrund des Kursanstiegs bei gleichzeitig sinkenden Handelsvolumina als „mustergültig bärisch“.

Er rechnet mit einem Rückgang auf 76.000 US-Dollar, hält aber einen erneuten Test der 100.000-Dollar-Marke für möglich.

Ein Analyst mit dem Pseudonym CrypNuevo warnte vor starkem Widerstand am exponentiellen gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt bei rund 97.650 US-Dollar.

Er sieht die aktuelle Rallye als eine „Liquiditätsrallye“ vor einer Korrektur. Ein Abwärtsszenario würde lediglich die Konsolidierung über 100.000 US-Dollar umkehren.

Kürzere Verluste

Der Kursanstieg hat eine Liquidationswelle am Derivatemarkt ausgelöst. In den letzten 24 Stunden verloren Händler 588,93 Millionen US-Dollar durch die erzwungene Schließung von Short-Positionen. Davon entfielen 292,59 Millionen US-Dollar auf Bitcoin.

Quelle: CoinGlass.

Vincent Liu, Chief Investment Officer bei Kronos Research, bezeichnete die Situation als einen „starken Short Squeeze“. Auch institutionelle Anleger teilten diesen Optimismus: Am 13. Januar belief sich der Zufluss von Geldern in US-Spot-Bitcoin-ETFs auf 753,73 Millionen US-Dollar, ein Rekordwert seit Anfang Oktober.

Justin d'Anetan, Forschungsleiter bei Arctic Digital, führte diese Dynamik auf Kapitalflüsse in Sachwerte zurück. Angesichts der sich verlangsamenden Inflation und des rechtlichen Drucks des US-Justizministeriums auf die Fed suchen Anleger nach Alternativen zum Dollar.

Das technische Bild hat sich ebenfalls verbessert. Tony Sycamore, Analyst bei IG Australia, geht davon aus, dass eine Konsolidierung über 95.000 US-Dollar den Weg für einen Anstieg auf 100.000 US-Dollar ebnet. Das nächste Kursziel ist der 200-Tage-Durchschnitt bei 106.115 US-Dollar.

Laut FalconX-Mitbegründer Joshua Lim bleibt das makroökonomische Umfeld für digitale Vermögenswerte günstig.

Wachstum der Bitcoin-Reserven

Laut Glassnode-Analysten ist das Volumen der ersten Kryptowährung in den Bilanzen öffentlicher und privater Unternehmen in den letzten sechs Monaten von 854.000 BTC auf 1,11 Millionen BTC gestiegen.

Das kumulierte Wachstum betrug rund 260.000 BTC. Das durchschnittliche monatliche Kaufvolumen erreichte 43.000 BTC – diese Dynamik deutet auf ein stabiles Geschäftsinteresse an der Digital-Asset-Branche hin.

Experten kommentierten zudem die Preiskonsolidierung im Bereich von 80.000 bis 95.000 US-Dollar. Laut der Kennzahl „Verteilung der Kostenbasis kurzfristiger Inhaber“ hat sich in diesem Bereich eine hohe Positionskonzentration gebildet.

Wachstumsversuche werden durch Verkäufe von Neueinsteigern behindert, was die Preise trotz erneuter Nachfrage über 80.000 US-Dollar niedrig hält.

Zur Erinnerung: Zum ersten Mal seit Mitte 2022 sank die 52-Wochen-Korrelation zwischen Bitcoin und Gold auf null.

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