
Laut Delphi Digital bauen die größten Emittenten von Stablecoins und Fintech-Unternehmen ihre eigenen Blockchains, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen und die Kontrolle über die Zahlungsinfrastruktur zu gewinnen.
Die nächste Generation von Blockchains ist darauf ausgelegt, Zahlungen anstelle von Token abzuwickeln.
Allgemeine Blockchains waren nicht für institutionelle Zahlungsströme konzipiert. Eine neue Generation von Blockchains, die speziell für Stablecoin-Zahlungen entwickelt wurden, füllt diese Lücke, und keine von ihnen zielt auf denselben Markt ab.
Die beiden… pic.twitter.com/cSyncn47QXz
— Delphi Digital (@Delphi_Digital) 20. März 2026
Ein weiterer Grund für die Entwicklung von Protokollen, die sich auf Stablecoin-Transaktionen konzentrieren, ist, dass die universellen Netzwerke der vorherigen Welle nicht für institutionelle Zahlungen ausgelegt sind.
Circle, das Unternehmen hinter USDC, startete im Oktober 2025 ein öffentliches Testnetz seiner Arc Layer-1-Blockchain. Die Plattform positioniert sich als „wirtschaftliches Betriebssystem“ für Entwickler und Unternehmen mit eingeschränktem Zugang.
Der Emittent von USDT, Tether, unterstützt die EVM-kompatible L1 Plasma-Plattform, die für die Nutzung von Stablecoins bei grenzüberschreitenden Überweisungen und in Schwellenländern optimiert ist. Das Blockchain-Mainnet ging im September an den Start.
Stripe und Paradigm verfolgen einen ähnlichen Ansatz. Sie entwickelten die Tempo-Plattform als Abwicklungsschicht für Geschäftskunden. In den letzten Jahren hat Stripe zudem Bridge, Privy und Metronome übernommen und sich damit die notwendige Technologie für die Implementierung von Stablecoin-Einführungen, E-Wallets und Rechnungsstellungssystemen angeeignet.
Das Tempo L1-Netzwerk wurde im März 2026 gestartet. Das Projekt führte außerdem ein offenes Protokoll für Maschine-zu-Maschine-Transaktionen ein.
Die Spezialisten von Delphi Digital wiesen außerdem auf spezialisiertere Lösungen hin:
- Codex ist ein aggregiertes Rollup auf Basis von OP Stack mit einem nativen Devisenmechanismus für Banken und Unternehmen, die Geldtransfers mit Abrechnungen in verschiedenen Währungen durchführen;
- 1Money – eine Blockchain mit Schwerpunkt auf Einzelhandelszahlungen und -überweisungen mit integriertem Sanktionskontrollprotokoll und Mechanismen zur Bekämpfung der Geldwäsche;
- Payy ist ein Netzwerk für institutionelle Kunden, das standardmäßig die von Institutionen geforderte Transaktionsprivatsphäre bietet.
Auf die Frage, warum Stablecoin-Projekte nicht bestehende Plattformen nutzen sollten, betonten Experten:
„Das Problem ist, dass die heutigen Allzweck-Blockchains nicht primär für Zahlungen, geschweige denn institutionelle Transaktionen, konzipiert wurden. Stattdessen sind die meisten von ihnen auf völlig andere Prioritäten optimiert: erlaubnisfreie Transaktionen und umfassende Interoperabilität. Sie sind nicht einfach nur universell.“
Stablecoins übernehmen neue Rollen
Laut einer Ripple-Umfrage unter mehr als 1.000 Führungskräften aus Banken, Vermögensverwaltern, Fintech-Unternehmen und Konzernen können Stablecoins Ihnen helfen, der Konkurrenz durch effizientere Abwicklung einen Schritt voraus zu sein. Darüber hinaus können die Vermögenswerte das Cashflow-Management verbessern und Betriebskapital freisetzen.
Ripple befragte 2026 über 1.000 führende Persönlichkeiten aus dem globalen Finanzsektor. Einige Ergebnisse fielen dabei besonders auf: https://t.co/414dTO9Qit
→ 72 % geben an, dass digitale Vermögenswerte mittlerweile unerlässlich sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
→ 74 % sehen Stablecoins als Instrument zur Liquiditätssicherung, nicht nur als Zahlungsmittel.
→ 89 % der Befragten gaben an, dass sie digital…— Ripple (@Ripple) 19. März 2026
„Diese einhellige Meinung zeigt deutlich, dass Finanzexperten Stablecoins als mehr als nur eine neue Zahlungsmethode betrachten. Sie sehen sie zunehmend als Instrumente des Treasury-Managements. Es handelt sich hierbei um ein eher konservatives Feld, das die unbestreitbaren Vorteile der Blockchain-Technologie für den Werttransfer erforscht“, so die Studienautoren.
Vertreter der Fintech-Branche sind die aktivsten Nutzer von an Fiatwährungen gekoppelten Token: 31 % nutzen Stablecoins, um Zahlungen von Kunden zu akzeptieren, und 29 % der Befragten aus dieser Kategorie akzeptieren Vermögenswerte direkt.
Tokenisierung auf dem Vormarsch
Insgesamt sind 72 % der Umfrageteilnehmer der Meinung, dass Finanzunternehmen digitale Vermögenswertlösungen anbieten sollten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Umfrageergebnisse unterstreichen die wachsende Beliebtheit tokenisierter Produkte. Die meisten Befragten suchen aktiv nach Partnern zur Umsetzung solcher Initiativen. 89 % von ihnen nannten die Verwahrung von Vermögenswerten als Priorität für Kontrahenten, und 82 % nannten das Token-Lebenszyklusmanagement.
Mehr als die Hälfte der Fintech-Unternehmen und Finanzinstitute bevorzugen die Zusammenarbeit mit Anbietern integrierter Lösungen, wobei der Anteil der Banken bei 71 % liegt.
Nahezu einhellig (97 %) der Befragten erwarten von potenziellen Partnern ISO- und SOC-II-Zertifizierungen. Operative Unterstützung nach der Integration (88 %), Branchenerfahrung (80 %) und finanzielle Stabilität (79 %) wurden ebenfalls als wichtig genannt.
Zur Erinnerung: Im März stellten Experten fest, dass Unternehmen den Übergang der Aktienmärkte zur Blockchain beschleunigt haben.
