
Die Befürchtungen, dass Quantencomputer das Bitcoin-Netzwerk hacken könnten, seien stark übertrieben, sagte Alex Thorne, Forschungsleiter von Galaxy Digital, in einem Interview mit CoinDesk.
Gleichzeitig räumte der Experte die Realität der Bedrohung ein. Theoretisch könnte ein ausreichend leistungsstarker Quantencomputer einen privaten Schlüssel auf Basis eines öffentlichen Schlüssels berechnen. Dies würde Angreifern ermöglichen, Signaturen zu fälschen und Gelder zu stehlen. Thorne betonte, es wäre ein Fehler, dieses Szenario als unvermeidlich oder einzigartig für Bitcoin zu betrachten.
Analysten von Project Eleven schätzen, dass rund 7 Millionen BTC gefährdet sein könnten. Dabei handelt es sich um Coins, deren öffentliche Schlüssel aufgrund von Adresswiederverwendung oder Speicherung in Wallets im alten Format bereits auf der Blockchain offengelegt wurden.
Der Großteil der bestehenden Anlagen ist sicher, da sie im aktuellen Stadium der technologischen Entwicklung keiner Bedrohung ausgesetzt sind.
Galaxy merkte an, dass die Entwicklergemeinschaft bereits Präventivmaßnahmen vorbereitet:
- neue Adresstypen: Es wird an der Implementierung von Post-Quanten-Kryptographie gearbeitet, die es Benutzern ermöglichen wird, Gelder an sichere Adressen zu überweisen;
- Beschränkungen für ältere Coins: Es werden Mechanismen diskutiert, um die Verwendung ruhender Bitcoins mit öffentlichem Schlüssel schrittweise einzuschränken. Dies würde systemische Risiken reduzieren, ohne Vermögenswerte zu beschlagnahmen.
Thorne betonte, dass Computer, die moderne Verschlüsselungen knacken können, noch in weiter Ferne liegen. Die offene Architektur von Bitcoin ermöglicht es dem Netzwerk, sich rechtzeitig vor einer potenziellen Krise anzupassen.
„Quantencomputing ist eine leistungsstarke Technologie, aber das bedeutet nicht, dass jedes Risiko unmittelbar oder unkontrollierbar ist. Die Bitcoin-Entwickler ignorieren das Problem nicht, sie arbeiten aktiv daran.“
Zur Erinnerung: Im Februar sagte der Analyst Willy Wu voraus, dass im Falle eines Quantenangriffs auf Bitcoin 4 Millionen BTC auf den Markt gebracht würden.
