
Google hat für seine Gemini-App eine Beta-Funktion namens „Personal Intelligence“ eingeführt, die es einer KI ermöglicht, auf Daten aus Gmail, Google Fotos, Suchverlauf und YouTube zuzugreifen, um die Antworten persönlicher zu gestalten.
Heute stellen wir Ihnen Personal Intelligence vor.
Mit Ihrer Zustimmung kann Gemini nun Informationen aus Google-Apps wie @Gmail, @GooglePhotos, der Suche und dem @YouTube-Verlauf mit einem einzigen Fingertipp sicher verbinden, um Gemini einzigartig hilfreich und auf *Sie* personalisiert zu machen ✨
Diese Funktion… pic.twitter.com/79zKJGA5ft
— Google (@Google) 14. Januar 2026
Bisher konnte der Chatbot Informationen von Google-Diensten abrufen, jetzt kann er diese analysieren, um proaktiv Hilfestellung zu leisten. So kann die KI beispielsweise E-Mails mit angesehenen Videos verknüpfen.
Das Unternehmen behauptet, dass Gemini den Kontext automatisch versteht – man muss nicht angeben, in welcher Anwendung nach der Antwort gesucht werden soll.
Die Funktion „Persönliche Intelligenz“ ist standardmäßig deaktiviert und muss manuell aktiviert werden. Selbst im aktivierten Zustand greift der Algorithmus nur dann auf persönliche Daten zu, wenn er dies zur Problemlösung für notwendig erachtet.
„Personal Intelligence hat zwei Hauptvorteile: das Schlussfolgern aus komplexen Quellen und das Extrahieren spezifischer Details, beispielsweise aus einer E-Mail oder einem Foto, um eine Frage zu beantworten“, schrieb Josh Woodward, Vizepräsident von Gemini, Google Labs und AI Studio.
Er erzählte von einem Beispiel, als er in der Schlange eines Reifenhändlers stand und die Reifengröße für sein Auto vergessen hatte. Gemini empfahl ihm daraufhin einen Ganzjahresreifen, nachdem der Chatbot Fotos eines Familienausflugs in Google Fotos gefunden und analysiert hatte. Er schlug auch das Kennzeichen vor.
„Ich bekomme tolle Tipps zu Büchern, Serien, Kleidung und Reisen“, schrieb Woodward.
Nach der Analyse von Daten aus Fotos und Gmail berücksichtigte das System die Interessen der Familie und ihre bisherige Reisehistorie. Daraufhin erstellte die KI eine Reiseroute ohne Touristenfallen und schlug eine Nachtzugfahrt sowie Brettspiele für die Reise vor.
Gemini hat Einschränkungen bei sensiblen Themen. Der Chatbot gibt keine Gesundheitsberatung, ist aber bereit, darüber zu sprechen, wenn der Nutzer danach fragt.
Google versichert außerdem, dass das neuronale Netzwerk nicht mit personenbezogenen Daten trainiert wird. Stattdessen verwendet es spezifische Anfragen und Antworten des Modells.
Personal Intelligence ist für Abonnenten von Google AI Pro und AI Ultra in den USA verfügbar. Das Unternehmen plant, seine geografische Reichweite auszuweiten und die Option im Laufe der Zeit auch in den kostenlosen Tarif aufzunehmen.
Google Trends mit KI
Google hat außerdem seine Trends Explore-Seite aktualisiert und dabei Gemini integriert, ein neuronales Netzwerk, das Suchtrends automatisch erkennt und vergleicht.
Der Dienst, der bei Journalisten und Forschern beliebt ist, hilft dabei, das Interesse an Themen in verschiedenen Regionen zu verfolgen und die Dynamik zu analysieren.
Die neue Benutzeroberfläche übernimmt die Routine: Eine KI-gestützte Seitenleiste vergleicht selbstständig aktuelle Trends in der ausgewählten Nische und bietet Tipps für ein tieferes Eintauchen in das Thema.

Aktualisierte Trends entdecken. Quelle: Google.
Das aktualisierte Seitendesign hebt jede Suchanfrage durch eine eigene Farbe und ein eigenes Symbol hervor. Google hat außerdem die Anzahl der zum Vergleich verfügbaren Ergebnisse erhöht.
Erinnern wir uns daran, dass Apple und Google im Januar eine mehrjährige Vereinbarung zur Implementierung von KI-Funktionen in Cupertino-Diensten, wie beispielsweise dem aktualisierten Siri, unterzeichnet haben.
