
Bitcoin konsolidiert sich bei geringer Volatilität. Die aktuelle Ruhephase verschleiert die „Fragilität“ des Marktes und die fehlende klare Preisrichtung, so Glassnode.
Bitcoin stößt auf Angebotsgrenze: Der Bitcoin ist mit positiver Dynamik ins neue Jahr gestartet, hat zwei höhere Höchststände erreicht und den Preis auf 98.000 US-Dollar getrieben, doch der Aufwärtstrend stößt nun direkt auf eine historisch bedeutsame Angebotszone.
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— glassnode (@glassnode) 14. Januar 2026
Analysten zufolge war der jüngste Anstieg auf 96.000 US-Dollar „mechanisch“. Er wurde durch einen Short Squeeze am Terminmarkt bei geringem Handelsvolumen verursacht und nicht durch einen Zufluss von neuem Kapital.
Schlüsselebenen
Der Preis hat eine historisch bedeutsame Angebotszone (93.000–110.000 US-Dollar) erreicht. In diesem Bereich befinden sich Coins von Langzeitinvestoren, die zwischen April und Juli 2025 erworben wurden. Jegliche Versuche, den Preis über 93.000 US-Dollar zu treiben, stoßen auf Verkaufsdruck aus dieser Gruppe.
Ein wichtiger Indikator ist der durchschnittliche Kaufpreis von kurzfristigen Anlegern – 98.300 US-Dollar. Wenn der Kurs über diesem Niveau bleibt, bleiben die unrealisierten Gewinne neuer Marktteilnehmer erhalten und der Optimismus am Markt wird gestärkt.
Aktionen der großen Akteure
Langfristige Anleger (LTH) haben ihre Verkaufsaktivitäten auf 12.800 BTC pro Woche reduziert. Zum Vergleich: In den Hochphasen des Zyklus lag dieser Wert bei über 100.000 BTC. Für eine nachhaltige Rallye muss das Akkumulationstempo dieses Angebot jedoch deutlich decken.
Die institutionellen Kapitalflüsse haben sich stabilisiert:
- Spot-ETFs kehrten zum Kaufverhalten zurück;
- Binance und andere Plattformen werden von Käufern dominiert;
- Die aggressiven Verkäufe auf Coinbase, die zuvor den Preis unter Druck gesetzt hatten, haben sich deutlich verlangsamt.
Risiken aus Derivaten
Trotz der positiven lokalen Entwicklung signalisiert der Optionsmarkt, dass weiterhin Risiken bestehen. Händler kaufen weiterhin „Versicherungen“ gegen Kursrückgänge (Put-Optionen), insbesondere für den mittel- und langfristigen Anlagehorizont.
Händler halten eine Short-Gamma-Position im Bereich von 94.000 bis 104.000 US-Dollar. In dieser Marktstruktur verstärken Hedging-Transaktionen Kursbewegungen, anstatt sie zu dämpfen. Dies schafft die Voraussetzungen für einen starken Anstieg der Volatilität, sobald eine ausgeprägte Dynamik auftritt.
Experten bewerten die Marktsituation im ersten Quartal als konstruktiv. Sollte die Nachfrage am Spotmarkt weiter steigen, bildet die aktuelle Konsolidierung die Grundlage für die Fortsetzung des Aufwärtstrends.
Stimmungsschwankungen
Sean Young, Chefanalyst von MEXC Research, bemerkte in seinen Kommentaren gegenüber ForkLog eine positive Entwicklung. Der Kursanstieg von Bitcoin um mehr als 8 % seit Monatsbeginn kompensierte den erwarteten Rückgang im vierten Quartal 2025. Laut dem Experten deutet dies auf eine Erschöpfung der Verkäufermacht und die Korrelation der Kryptowährung mit sicheren Anlagen wie Gold und Silber hin.
„Historisch gesehen verzeichnet Bitcoin im Januar ein durchschnittliches Wachstum von 9 %. Die Kryptowährung strebt einen Test der 100.000-Dollar-Marke an, und die aktuelle Entwicklung entspricht den Erwartungen“, sagte Young.
Ethereum zeigt eine hohe Korrelation mit der ersten Kryptowährung: Innerhalb von zwei Wochen legte der Kurs um 12 % zu. Der Analyst prognostizierte, dass Ether bis Ende Januar um 12–20 % wachsen wird, wodurch der Kursrückgang im Dezember vollständig kompensiert werden könnte.
Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählte der Experte Folgendes:
- Liquiditätszufluss. Die Auswirkungen der quantitativen Lockerung werden allmählich auch die Kryptoindustrie erreichen.
- Angebotsengpass: Institutionelle Anleger kaufen Bitcoin schneller auf, als Miner ihn schürfen können.
- Technologie. Die Entwicklung der Bereiche RWA und Datenschutz wird neue Investoren anziehen.
Zur Erinnerung: Am 13. Januar zogen börsengehandelte Fonds, die auf der ersten Kryptowährung basieren, 753,7 Millionen Dollar an – der höchste Wert seit Oktober.
