
Der CryptoQuant-Analyst Crazzyblockk deutete an, dass der Markt in eine „extrem bärische“ Phase eintrete, was sich im Verhalten von Anlegern zeige, die Bitcoin seit 12 bis 18 Monaten halten.
Tritt Bitcoin in eine extrem bärische Marktphase ein?
„Solange Bitcoin dieses realisierte Preisniveau nicht wieder erreicht und die Akkumulationsdynamik nicht wieder an Fahrt gewinnt, wird die Marktstruktur weiterhin Konsolidierung, fragile Erholungen und erhöhte Abwärtsrisiken begünstigen.“ – von Crazzyblockk pic.twitter.com/tBhtkzLkgT
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) 2. Februar 2026
Bitcoin wird für diese Anlegergruppe unter dem realisierten Preis gehandelt. Ihre Positionen befinden sich somit im Bereich der nicht realisierten Verluste. Historisch gesehen hat eine Konsolidierung unterhalb dieses Niveaus eine normale Korrektur in einen strukturellen Abwärtstrend verwandelt.
Der Analyst wies auf die alarmierende Akkumulationsdynamik hin. Trotz des Anstiegs der Kontostände in den letzten 30 Tagen hat sich das Kauftempo merklich verlangsamt. Dies deutet auf ein schwindendes Vertrauen der Marktteilnehmer hin: Sie kaufen nicht mehr aggressiv bei Kursrückgängen ein.
Im aktuellen Marktumfeld wirkt der realisierte Preis als starker Widerstand. Steigende Kurse streben nach einem ausgeglichenen Ergebnis, was Verkaufsdruck erzeugt.
Laut Crazzyblockk ist bei Bitcoin mit Konsolidierungen, schwachen Erholungen und dem Risiko eines weiteren Rückgangs zu rechnen, bis sich der Preis über dem Basiswert konsolidiert und die Akkumulation wieder einsetzt.
Fed-Faktor
Der Bitcoin-Kurs ist unter die psychologisch wichtige Marke von 80.000 US-Dollar gefallen. Analysten führten den starken Rückgang auf Personalveränderungen bei der US-Notenbank zurück.
Experten von QCP Capital stellten fest, dass die Bestätigung der Kandidatur von Kevin Warsh für den Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve der Auslöser war. Die Märkte interpretierten dies als Signal für eine rasche Straffung der Geldpolitik.
Folgen:
- Großangelegte Liquidationen. Der Kurssturz löste eine Welle erzwungener Schließungen von gehebelten Positionen (Deleverage) aus. Das Volumen der liquidierten Long-Positionen überstieg 2,5 Milliarden US-Dollar.
- Risikoaversion: Die Anlegerstimmung hat sich nach dem vierten Monat in Folge mit ETF-Abflüssen verschlechtert. Der Rückgang hat auch traditionelle sichere Anlagen erfasst, wobei Gold und Silber von ihren Höchstständen nachgaben.
- Veränderte Erwartungen. Der Markt preist eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Reduzierung der Konjunkturmaßnahmen unter dem neuen Fed-Vorsitzenden ein.
Wo ist der Boden?
Die Analysten von QCP betrachten die Marke von 74.500 US-Dollar als technisch kritisch, da sie mit den Tiefstständen von 2025 zusammenfällt.
Der Optionsmarkt bleibt vorsichtig: Es gibt zwar einen Überschuss an Put-Optionen, aber keine Panik. Die sinkende Nachfrage nach Absicherungsgeschäften könnte darauf hindeuten, dass Anleger beginnen, Positionen aufzubauen, in Erwartung eines lokalen Tiefpunkts.
Analysten skizzierten wichtige Szenarien:
- Bärisch: Eine Konsolidierung unterhalb von 74.000 US-Dollar birgt die Gefahr eines Rücksetzers auf die Handelsspanne von 2024.
- Positiv: Ein Kursanstieg über 80.000 US-Dollar würde dem Markt eine Atempause verschaffen.
Eine wichtige Unterstützung stellt die Marke von 76.000 US-Dollar dar – der durchschnittliche Einstiegspreis großer institutioneller Anleger.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels notiert die erste Kryptowährung bei rund 77.600 US-Dollar (minus 1,8 % pro Tag).

15-Minuten-Chart von BTC/USDT auf Binance. Quelle: TradingView.
Liquiditätsengpass
Der CryptoQuant-Analyst Darkfost wies auf ein fundamentales Problem hin – einen strukturellen Liquiditätsmangel. Seinen Angaben zufolge kehrte sich der Trend nach einem rasanten Anstieg der Marktkapitalisierung von Stablecoins um 140 Milliarden US-Dollar (seit 2023) im Dezember um.
Der Zusammenbruch der Stablecoin-Flusse
„Diese Dynamik verdeutlicht das besonders schwierige Umfeld, in dem Bitcoin derzeit operiert. Er leidet unter einem anhaltenden Liquiditätsmangel, der den Markt bereits seit mehreren Monaten beeinträchtigt.“ – von @Darkfost_Coc pic.twitter.com/UNQAjN1s43
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) 2. Februar 2026
Die Dynamik der Kapitalflüsse an der Börse bestätigt den Ausstieg von Investoren:
- Oktober: Der Nettozufluss von „Stablecoins“ überstieg 9,7 Milliarden US-Dollar und trieb den Bitcoin-Preis in die Höhe;
- Seit November haben Abflüsse die Zuflüsse ersetzt. Aktuell werden über 4 Milliarden US-Dollar von den Plattformen abgezogen, davon 3,1 Milliarden US-Dollar von Binance.
Darkfost bezeichnete dies als Kapitulation der Nachzügler am Markt. Auch der CryptoQuant-Analyst, der unter dem Pseudonym Arab Chain firmiert, warnte vor diesem kritischen Moment.
Bitcoin auf Binance: Erhöhte Volatilität signalisiert kritischen Marktübergang
„Historisch gesehen gingen starke Kursbewegungen – in Form von abrupten Ausbrüchen oder starken Kursrückgängen – häufig einem z30-Wert über +3 voraus.“ – von @ArabxChain pic.twitter.com/BjGj90JrCC
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) 2. Februar 2026
Er verzeichnete auf Binance einen sprunghaften Anstieg des Volatilitätsindikators (z30) über die Marke von +3. Erfahrungsgemäß gehen solche Werte starken Kursbewegungen voraus – entweder einem abrupten Ausbruch nach oben oder einem Einbruch.
Zur Erinnerung: Ende Januar übertraf Gold Bitcoin hinsichtlich der Fünfjahresrendite. Die mehrmonatige Rallye der Edelmetalle wird auf die Absicherung gegen das Risiko einer Abwertung von Fiatwährungen zurückgeführt.
