
Am Dienstag, dem 17. Februar 2026, kam es auf dem Kryptowährungsmarkt vor der Öffnung der US-Handelsplätze zu einem deutlichen Preisverfall.
Bitcoin verlor 1,7 % seines Wertes und fiel auf 67.600 US-Dollar. Ausschlaggebend hierfür waren eine Kombination aus makroökonomischen Faktoren und steigenden geopolitischen Risiken.
Der Einfluss makroökonomischer Faktoren auf Krypto-Assets
Die Wertentwicklung der führenden Kryptowährung am Dienstag korrelierte mit der Entwicklung der US-Aktienindex-Futures. Konkret fielen die Kontrakte auf den Nasdaq 100 um 0,9 %, während die auf den S&P 500 um 0,6 % nachgaben. Die zunehmende Verbindung von Bitcoin mit Technologieaktien macht ihn sensibler für Veränderungen in der Risikobereitschaft der Anleger.
Analysten zufolge belasten die Unsicherheit im Nahen Osten und die Debatten über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Weltwirtschaft den Markt. Zudem äußern Marktteilnehmer Bedenken hinsichtlich der weiteren Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve nach Veröffentlichung der jüngsten Inflationsdaten.
Das ungünstige makroökonomische Umfeld hat zu einem stetigen Kapitalabfluss aus US-amerikanischen Bitcoin-ETFs geführt. In der vergangenen Woche zogen Anleger 360 Millionen US-Dollar aus diesen Instrumenten ab, was die vierte Woche in Folge mit Nettoabflüssen bedeutet.
Kapitalabflüsse aus Bitcoin-Spot-ETFs. Quelle: SoSoValue
Technische Indikatoren und Marktstimmung
Eine Kombination aus geopolitischer Instabilität, sinkenden ETF-Beständen und erzwungenen Nachschussforderungen hat dazu geführt, dass Bitcoin mehr als 50 % unter seinem Allzeithoch von 126.000 US-Dollar notiert, das im Oktober 2025 erreicht wurde. Galaxy Digital geht davon aus, dass sich der Kurs kurzfristig dem 200-Wochen-Durchschnitt von rund 58.000 US-Dollar annähern könnte.
Die aktuelle Marktstimmung entspricht dem erwarteten tiefen Bärenmarktzyklus 2022. Derzeit befinden sich nur 55 % des Bitcoin-Angebots im Plus, während rund 10 Millionen BTC mit einem nicht realisierten Verlust gehalten werden. Der CryptoQuant Fear and Greed Index hat sich bei 10 eingependelt und liegt damit im Bereich extremer Angst.
CryptoQuant Angst- und Gier-Index. Quelle: CryptoQuant Dashboard
Der Aufstieg von Short-Positionen und defensiven Strategien
Angesichts der allgemeinen Marktunsicherheit werden große Marktteilnehmer immer aktiver und setzen auf weitere Kursrückgänge. Berichten zufolge erzielte eine Gruppe von Händlern einen Gewinn von 7 Millionen US-Dollar durch Leerverkäufe verschiedener Vermögenswerte, darunter Ethereum und ENA. Diese Aktivitäten verdeutlichen die zunehmende Komplexität von Marktstrategien in einem risikoreichen Umfeld.
Das Anlegerverhalten deutet ebenfalls auf eine Kapitalverschiebung hin zu sicheren Anlagen. Eine im Februar von der Bank of America durchgeführte Umfrage unter Fondsmanagern ergab, dass Gold mit 50 % der Befragten, die Long-Positionen in dem Edelmetall halten, zum beliebtesten Anlageinstrument geworden ist. Aktien großer US-amerikanischer Technologieunternehmen belegen den zweiten Platz.
Trotz der aktuellen Turbulenzen deuten historische Daten darauf hin, dass auf scharfe Korrekturen häufig eine Konsolidierungsphase folgt, bevor sich der langfristige Trend fortsetzt. Die hohe Konzentration von Short-Positionen und die ausgeprägten Angstindikatoren lassen jedoch vermuten, dass die Volatilität kurzfristig anhalten wird.
Tagesplan
Preisdynamik: Bitcoin, Nasdaq, S&P 500. Quelle: TradingView
Kurz zu anderen Ereignissen auf dem Markt
- Die Marktkapitalisierung des Gold- und Silbermarktes sank um 1,28 Billionen US-Dollar, was Experten auf den Liquiditätsabfluss während der Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr zurückführen.
- Das japanische Unternehmen Metaplanet hat seine Finanzergebnisse für 2025 veröffentlicht. Demnach überstiegen die nicht realisierten Verluste aus Bitcoin-Investitionen 1 Milliarde Dollar.
- Die Preise für Monero (XMR) stiegen um 10 %, nachdem ein Bericht die Dominanz des Vermögenswerts auf dem Schattenmarkt aufdeckte.
- Investoren erhöhen ihre XRP-Bestände in Erwartung eines möglichen Ausbruchs über die 2-Dollar-Marke angesichts technischen Drucks.
