
Bitcoin wird derzeit um die 66.600 US-Dollar gehandelt, da das verlängerte Feiertagswochenende potenzielle Käufer abgeschreckt und den Bären mehr Kontrolle über die Kursentwicklung gegeben hat.
Angesichts der bevorstehenden Pause bei den CME-Futures und ETF-Transaktionen am Karfreitag steuert der Markt auf eine Liquiditätsverknappung zu, gerade als seine zuverlässigste Unterstützungsquelle an Bedeutung verliert.
Die Unterstützung für Bitcoin bei 65.000 US-Dollar scheint zunehmend nicht mehr haltbar zu sein, da die aktivsten Käufer am Markt besonders sensibel auf makroökonomische Faktoren reagieren. Ein aktueller Bericht von CryptoQuant zeigt, dass die Nachfrage in den letzten 30 Tagen bei etwa 63.000 US-Dollar pro BTC lag, obwohl ETF- und institutionelle Käufe Mehrmonatshochs erreicht haben. Der in Singapur ansässige Market Maker Enflux berichtete in einer Analyse, dass der Preisboden „teilweise durch die Erwartung von Zinssenkungen gestützt wird“.
Die ETF-Käufe sind in den letzten 30 Tagen auf rund 50.000 US-Dollar in BTC gestiegen und haben damit den höchsten Stand seit Oktober 2025 erreicht. Strategy hat im gleichen Zeitraum BTC im Wert von rund 44.000 US-Dollar angesammelt. Die Gesamtnachfrage blieb jedoch negativ, da Verkäufe anderer Marktteilnehmer diese Zuflüsse ausglichen.
Einem aktuellen Bericht von CryptoQuant zufolge ist der Druck vor allem bei Großinvestoren spürbar. Wallets mit Beständen zwischen 1.000 und 10.000 US-Dollar-BTC weisen einen Netto-Verlusttrend auf: Die Bestandsveränderung sank im Jahresverlauf von einem Plus von 200.000 US-Dollar-BTC im Hoch des Zyklus 2024 auf rund -188.000 US-Dollar -BTC. Auch mittelgroße Investoren haben ihre Akkumulation deutlich verlangsamt, während die Coinbase-Prämie weiterhin negativ ist, was auf eine schwache Nachfrage am US-Spotmarkt hindeutet.
Infolgedessen zeigt der Markt eine Situation, in der verstärkte institutionelle Aktivitäten nicht zu einer stärkeren Preisstützung führen. Da immer mehr Kapital in ETFs und regulierte Terminmärkte fließt, wird der Bitcoin-Preis zunehmend von makroökonomisch sensiblen Strategien wie Hedging und Umschichtungen der Vermögensallokation bestimmt, anstatt von einer breiten Akkumulation am Spotmarkt.
Laut Enflux wird diese Strategie aktuell anhand der Inflationsdaten auf die Probe gestellt. Der ISM-Index (Investment Service Index) stieg im März auf 78,3 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Juni 2022. Dies dämpfte die Erwartungen einer kurzfristigen Zinssenkung. Enflux erklärte, die Überbewertung zeige sich bereits in den Mittelzuflüssen: Nettoabflüsse aus ETFs beliefen sich in der Woche vom 24. März auf 296 Millionen US-Dollar, während die Zuflüsse Anfang April vernachlässigbar gering waren.
Das verlängerte Wochenende beseitigt einen wichtigen Stabilisator. Da die CME geschlossen ist und die Ausgabe und Rücknahme von ETFs ausgesetzt ist, wird die institutionelle Nachfrage, die den Bitcoin-Preis zunehmend stabilisiert hat, praktisch nicht mehr vorhanden sein, sodass der Handel auf die Spotmärkte verlagert wird, wo der Verkaufsdruck am stärksten war.
CryptoQuant erklärte, dass jede Erholungsrallye im Bereich von etwa 71.500 bis 81.200 US-Dollar auf Widerstand stoßen könnte, da diese Niveaus in der Vergangenheit bereits Kursanstiege in der aktuellen Bärenmarktstruktur begrenzt haben.
Ein umfassenderer Test steht uns mit der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten am 9. April bevor. Sollte der Kern-PCE-Wert für März die 3,1 % vom Februar übersteigen, könnten die Erwartungen an eine Zinssenkung weiter sinken, was das bärische Szenario für Bitcoin verstärken würde.
