
Bitcoin sucht derzeit nach einem Markttief, doch das Verhalten der Händler deutet auf ein komplexeres Bild hin.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) von Bitcoin, eine modifizierte Version des klassischen Momentum-Indikators, ist auf ein Niveau gefallen, das in früheren Bärenmärkten beobachtet wurde. Historisch gesehen lässt der Verkaufsdruck in der Regel schnell nach, wenn der RSI solch niedrige Werte erreicht.
Die aktuelle Situation erinnert an die Endphase der vorherigen Abschwünge in den Jahren 2018 und 2022, als die Dynamik kurz vor einer allmählichen Erholung nachließ.
Das Long-Short-Verhältnis, das misst, wie viele Händler auf steigende bzw. fallende Kurse setzen, ist hoch. In früheren Zyklen stieg dieses Verhältnis nur in der Nähe tatsächlicher Wendepunkte. Diesmal blieb es mehrere Wochen lang hoch, selbst als die Kurse weiter fielen.
Ist dieses Verhältnis so hoch, bedeutet das, dass viele Händler sich bereits für die erwartete Erholung positioniert haben. In solchen Fällen nutzen große Marktteilnehmer die Situation oft aus, um die Kurse zu drücken und diese optimistischen Positionen zu verdrängen. Deshalb zögern manche Marktanalysten, einen Tiefpunkt zu verkünden.
Steht Bitcoin also vor einer Trendwende? Möglich, doch die Indizien sprechen eine andere Sprache. Die Dynamik deutet auf Erschöpfung hin, die Positionierung hingegen auf Übersättigung. Sollte sich die Stimmungslage ändern, könnte es zu einer Erholung ähnlich vergangener Zyklen kommen. Andernfalls könnte ein weiterer Rückgang überschuldete Händler aus dem Markt drängen.
