
- Die Dokumente belegen Epsteins Interesse an Bitcoin und Krypto-Investitionen.
- In den Unterlagen wird der Name Michael Saylor und seine Kontakte zum Epstein-Umfeld erwähnt.
- Blockstream und sein Management tauchen in der Korrespondenz des Finanziers auf.
Neue freigegebene Dokumente aus dem Fall Jeffrey Epstein belegen das Interesse des Finanzmanns an Kryptowährungen und damit verbundenen Investitionen. Die Dokumente enthalten Korrespondenz mit Vertretern der Risikokapitalbranche über Bitcoin.
Darüber hinaus sind einige Akteure der Digital-Asset-Branche und große Unternehmen in den Skandal verwickelt.
Bitcoin-Diskussion mit Epstein. Quelle: US-Justizministerium.
Jeffrey Epstein, ein Finanzier und verurteilter Sexualstraftäter, starb 2019 im Gefängnis, während er auf seinen Prozess wegen neuer Bundesanklagen, darunter Sexhandel mit Minderjährigen, wartete.
Gemäß dem vom US-Kongress verabschiedeten Epstein-Transparenzgesetz ist das Justizministerium verpflichtet, sämtliche nicht klassifizierten Unterlagen zu seinen Aktivitäten und denen seines Umfelds freizugeben. Die Archive umfassen Millionen Seiten Korrespondenz, Dokumente und Zeugenaussagen von Persönlichkeiten aus Politik, Finanzen und Technologiebranche.
Bitcoin- und Kryptoprojekte
Laut Ki Young Ju, dem Gründer von CryptoQuant, kam Epstein bereits 2011 mit Bitcoin in Berührung und investierte sowohl in die Kryptowährung selbst als auch in Krypto-Startups. Unter anderem diskutierte er die erste Kryptowährung mit PayPal-Mitbegründer Peter Thiel.
Jeffrey Epstein kannte Bitcoin bereits im Jahr 2011 und investierte in BTC und Krypto-Startups, wobei sein Interesse jedoch eher im Gewinn als in der Philosophie lag.
Er war skeptisch, ob Bitcoin jemals massentauglich werden würde, deshalb kaufte und verkaufte er seine Anteile nur kurz, anstatt sie langfristig zu halten. pic.twitter.com/iJyXjf6Ajd
– Ki Young Ju (@ki_young_ju) 30. Januar 2026
Sein Interesse galt jedoch primär dem kurzfristigen Gewinn, nicht der Ideologie oder der langfristigen Wertanlage. In einer E-Mail lehnte Epstein den Kauf von Bitcoin ausdrücklich ab.
Die Dokumente belegen zudem, dass Epstein Ideen zur Schaffung neuer digitaler Währungen erforschte. In einem Brief an saudische Beamte aus dem Jahr 2016 schlug er das Konzept zweier Währungen für den Nahen Osten vor, darunter eine Scharia-konforme Währung nach dem Vorbild von Bitcoin.
Die Saylor-Epstein-Verbindung
In den freigegebenen Unterlagen wird der Name von Michael Saylor, einem langjährigen Unterstützer der ersten Kryptowährung und Mitbegründer von Strategy (ehemals MicroStrategy), mehrmals erwähnt.
In einer E-Mail aus dem Jahr 2010 gab Saylor detailliert seine Spende von 25.000 US-Dollar an eine Wohltätigkeitsveranstaltung aus Epsteins Umfeld bekannt. Im Gegenzug soll er die Möglichkeit erhalten haben, an exklusiven Veranstaltungen teilzunehmen und Mitglieder der High Society kennenzulernen.
Brief, in dem Saylor erwähnt wird. Quelle: US-Justizministerium.
In demselben Briefwechsel wurde Sailor als jemand beschrieben, der Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen hat und außerdem als „unheimlich“ bezeichnet wurde.
„Michael Saylor gab 25.000 Dollar für Essen aus, um auf die Gästeliste zu kommen und die Modewelt kennenzulernen. Saylor ist ein widerlicher Kerl. Er hat keinerlei Persönlichkeit. Er ist wie ein Zombie unter Drogen“, heißt es in dem Brief an Epstein.
Es ist bemerkenswert, dass die Dokumente keinerlei Hinweise auf illegale Aktivitäten des Unternehmers enthalten. Dennoch erregte allein die Erwähnung seines Namens im Zusammenhang mit Epsteins Akten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, die so die weitreichenden Verbindungen des kriminellen Finanziers im Technologiesektor aufdeckte.
Die Situation rund um Blockstream
Ein separater Satz von Dokumenten betrifft das Unternehmen Blockstream und dessen Management.
In freigegebener Korrespondenz erörterte Firmenmitbegründer Austin Hill mit Epstein die Unterstützung von Kryptoprojekten. Er kritisierte außerdem Stellar und Ripple und bezeichnete sie als schädlich für das von Blockstream aufgebaute Ökosystem.
Einer von Hills Briefen an Epstein. Quelle: US-Justizministerium
Die Dokumente erwähnen auch Reisen nach St. Thomas, wo die Namen von Hill und des Blockstream-CEO Adam Back auftauchen. Nach der Veröffentlichung dieser Unterlagen erklärte Back öffentlich, dass das Unternehmen keine direkten oder indirekten finanziellen Verbindungen zu Epstein oder seinen Erben unterhalte.
Seinen Angaben zufolge lernte er den Finanzier 2014 über den Fonds des Geschäftsmanns Joi Ito kennen, der anschließend eine Minderheitsbeteiligung an Blockstream erwarb. Diese Beteiligung wurde angeblich aufgrund von Bedenken hinsichtlich eines möglichen Interessenkonflikts verkauft.
Gleichzeitig betonte Beck, dass die bloße Nennung von Namen in den Dokumenten nicht auf illegale Handlungen hindeutet.
Im Jahr 2014, während der Investoren-Roadshow in der Seed-Runde, wurde Blockstream dem damaligen Direktor des MIT Media Lab, Joi Ito, vorgestellt. Anschließend traf Blockstream mit Jeffrey Epstein zusammen, der zu diesem Zeitpunkt als Kommanditist in Itos Fonds bezeichnet wurde. Dieser Fonds investierte später in eine Minderheitsbeteiligung…
— Adam Back (@adam3us) 1. Februar 2026
Trotz der Klarstellung kritisieren einige Social-Media-Nutzer weiterhin die früheren Kontakte des Blockstream-Managements zu Epstein. Sie bemängeln die verzögerte Reaktion des Unternehmens.
Analysten untersuchen unterdessen weiterhin die vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumente. Laut vorliegenden Daten enthalten diese die Namen des Milliardärs Elon Musk, des US-Präsidenten Donald Trump, des Microsoft-Mitbegründers Bill Gates, des US-Handelsministers Howard Lutnick und vieler anderer prominenter Persönlichkeiten.
Zur Erinnerung: Wir berichteten, dass die angebliche Ex-Freundin von Tron-Mitbegründer Justin Sun ihn des Betrugs mit dem TRX-Token beschuldigte.
