
Vor etwa einer Woche fiel Bitcoin innerhalb eines Tages um mehr als 10 % auf rund 60.000 US-Dollar, hat sich aber in den letzten Tagen auf 70.000 US-Dollar erholt. Die Frage ist nun: Hat der Abwärtsdruck nachgelassen und ist der Weg für eine neue Aufwärtsbewegung geebnet?
Laut Greg Magadini, dem Leiter des Derivatehandels bei Amberdata, sagt der Terminmarkt „nein“, was darauf hindeutet, dass noch Spielraum für weitere Rückgänge besteht.
„Das Ausbleiben einer Reaktion am Terminmarkt gibt mir nicht die Zuversicht, dass wir einen echten Kapitulationsmoment erreicht haben“, sagte Magadini am Montag in einem Marktupdate.
Magadini bezieht sich darauf, wie Futures typischerweise im Verhältnis zum Spotpreis während bärischer Trends und Kapitulationsphasen gehandelt werden.
Futures sind standardisierte Derivatekontrakte, mit denen man einen Basiswert wie Bitcoin zu einem festgelegten Preis in der Zukunft kaufen oder verkaufen kann. Händler nutzen Futures, um auf die Preisentwicklung zu spekulieren. Sie kaufen Kontrakte, wenn sie einen Anstieg erwarten, und verkaufen sie, wenn sie einen Rückgang erwarten, ohne den Basiswert selbst zu besitzen.
Die Preisdifferenz zwischen Termin- und Kassamarkt spiegelt die Marktstimmung und die Positionierung der Händler wider. Ein deutlicher Aufschlag auf die Kassapreise signalisiert optimistische Erwartungen der Anleger. Umgekehrt deutet ein Abschlag auf fallenden Marktdruck hin.
Historisch gesehen erreichen Bitcoin-Bärenmärkte ihren Tiefpunkt tendenziell dann, wenn Standard- und Perpetual-Futures an den großen Börsen mit deutlichen Abschlägen gegenüber dem Spotpreis gehandelt werden. Diese hohen Abschläge stellen eine Kapitulation dar und markieren die finale Rallye des Bärenmarktes.
Letzte Woche gaben die Futures jedoch nur kurzzeitig nach.
„Obwohl die 90-Tage-Basis für $BTC in jeder Phase des Rückgangs sank, betrugen diese Veränderungen kaum -100 Basispunkte. Heute liegt die feste Basis für $BTC weiterhin bei rund 4 % (im Einklang mit der risikofreien Rendite von US-Staatsanleihen)“, sagte Magadini.
Vergleichen wir dies mit dem Ende des Bärenmarktes 2022, als 90-Tage-Futures mit einem Abschlag von 9 % gehandelt wurden und der Bitcoin-Kurs unter 20.000 fiel. Wenn man also die Geschichte als Maßstab nimmt, könnte Bitcoin einen weiteren Kursrückgang erleben, bei dem Futures-Händler kapitulieren und dies zu einem starken Preisverfall im Verhältnis zum Spotpreis führen könnte.
