
Am 28. Februar eskalierten die Spannungen zwischen Iran, den USA und Israel zu einem offenen Konflikt, der die Ölinfrastruktur im Nahen Osten beschädigte und den Tankerverkehr beeinträchtigte. Analysten warnen, dass die Unruhen zu erheblichen Preisschwankungen und panikartigen Absicherungsgeschäften über alle Anlageklassen hinweg führen könnten.
Laut TradingView ist der Bitcoin Implied Volatility Index (BVIV) mit einer Laufzeit von 30 Tagen überraschend stabil und liegt weiterhin bei etwa 55–60 %. Die implizite Volatilität spiegelt die Nachfrage nach Optionen wider; die Stabilität deutet also darauf hin, dass Händler nicht aggressiv Put-Optionen gekauft haben, um sich gegen Kursrückgänge abzusichern.
Allerdings gerieten die Händler an den traditionellen Märkten in Panik und begannen, diese Optionen zu verfolgen, was sich in den sprunghaften Anstiegen der entsprechenden Volatilitätsindizes zeigte.
Der VIX, ein Aktienindex, der die erwartete 30-Tage-Volatilität des S&P 500 auf Basis von Optionspreisen misst, lag vor dem Konflikt im Durchschnitt knapp über 20 %. Am 6. März schnellte er auf über 32 % hoch und blieb am Montag mit rund 26 % weiterhin erhöht.
Der Cboe Crude Oil Volatility Index (OVX) stieg von 64 % auf über 100 %. Der MOVE-Index, der die Volatilität von US-Staatsanleihen abbildet, legte von 73 % auf 85 % zu und erreichte zwischenzeitlich einen Höchststand von 95 %, was die allgemeine Marktunsicherheit widerspiegelt. Der Goldvolatilitätsindex, der traditionell als sicherer Hafen in schwierigen Zeiten gilt, blieb konstant über 30 %.
Die Abweichung zwischen Bitcoin und traditionellen Marktindizes ist von Bedeutung. Vermögenspreise können starken Schwankungen unterliegen, doch Volatilitätsindikatoren geben oft ein klares Bild der Anlegerstimmung wieder, insbesondere der Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste. Gemessen daran scheinen Bitcoin- Händler gelassen zu sein.
Eine mögliche Erklärung ist, dass die Stimmung gegenüber Kryptowährungen bereits vor dem Iran-Konflikt volatil war. Der Bitcoin-Kurs fiel von einem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 auf ein Tief von 60.000 US-Dollar in den folgenden Monaten – ein Rückgang, der viele Anleger dazu veranlasste, sich gegen weitere Kursverluste abzusichern.
In diesem Kontext war der Krieg mit dem Iran für den Kryptowährungsmarkt weniger ein Schock als für den Aktienmarkt und andere Märkte, die in den Wochen vor dem Konflikt nahe Rekordhochs notierten oder ruhig waren.
Laut einer Analyse des auf Bitcoin spezialisierten Finanzunternehmens River erzielte die Kryptowährung seit 2020 während mehrerer geopolitischer Ereignisse durchschnittlich zweistellige Renditen über 60-Tage-Zeiträume.

Bitcoin, Gold und die Performance des S&P 500 im Kontext geopolitischer Ereignisse. Quelle: River.
Die Geschichte wiederholt sich. Laut CoinDesk ist der Bitcoin-Kurs innerhalb von zwei Wochen um mehr als 10 % auf 74.000 US-Dollar gestiegen.
Alles in allem ist das Fazit eindeutig: Bitcoin blieb in der entscheidenden Phase stabil. Ob diese Stabilität jedoch anhalten wird, bleibt abzuwarten.
