PsiQuantum beginnt mit dem Bau eines Quantenzentrums – Krypto-Community diskutiert Risiken für Bitcoin

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  • In den USA wird ein Quantencomputer mit einer Million Qubits gebaut.
  • Theoretisch könnte er die Kryptographie von Bitcoin knacken.
  • Analysten haben die Bedrohung durch Quanteneffekte für die erste Kryptowährung bewertet.

Peter Shadbolt, Mitbegründer von PsiQuantum, gab in den sozialen Medien bekannt, dass der Bau eines der weltweit größten Quantencomputerzentren an einem Standort in Chicago begonnen hat, das theoretisch die Kryptographie von Bitcoin knacken könnte.

Es ist an der Zeit, richtig große Quantencomputer zu bauen. Fünfhundert Tonnen Stahl in sechs Tagen. Der Liefertermin der Kryoanlage rückt immer näher. Dankbar sind die vielen Hundert Menschen, die sich diesem Projekt verschrieben haben. pic.twitter.com/eqSwsESusK

– Pete Shadbolt (@PeteShadbolt) 5. März 2026

Laut Shadbolt wurde die 500 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, die das Fundament für das zukünftige Zentrum bilden soll, bereits in nur sechs Tagen errichtet.

Das Projekt sieht die Entwicklung eines Quantencomputers mit einer Kapazität von 1 Million Qubits vor – das entspricht mehreren zehn Milliarden herkömmlicher Computer. Laut den Entwicklern soll das System die Grundlage für Folgendes bilden:

  • neue Generationen von KI-Supercomputern;
  • komplexe wissenschaftliche Simulationen;
  • Aufgaben, die für klassische Computersysteme unzugänglich sind.

Das Unternehmen hatte zuvor eine Milliarde US-Dollar an Investitionen eingeworben, um die Anlage gemeinsam mit dem Chiphersteller Nvidia zu errichten. Der Komplex wird zudem für den Betrieb von Quantencomputern auch bei Fehlern optimiert sein – eine der zentralen technischen Herausforderungen in dieser Branche.

Bedroht ein Quantendurchbruch Bitcoin?

Die Krypto-Community diskutiert seit Langem, ob Quantencomputer die Kryptografie von Bitcoin knacken können. Einige Marktteilnehmer befürchten, dass eine solche Technologie das Netzwerk gefährden könnte, das derzeit Vermögenswerte im Wert von rund 1,4 Billionen US-Dollar schützt.

Die Expertenmeinungen gehen jedoch auseinander. So erklärte beispielsweise Blockstream-CEO Adam Back zuvor, dass Quantencomputer mindestens ein Jahrzehnt lang keine wirkliche Bedrohung für Bitcoin darstellen würden.

Vor diesem Hintergrund diskutieren Bitcoin-Entwickler bereits die Möglichkeit, die Kryptographie des Netzwerks zu aktualisieren oder sogar einen Hard Fork durchzuführen, um sich vor zukünftigen Quantenangriffen zu schützen.

UTXO-Adressen, die noch nie zum Ausgeben von Guthaben verwendet wurden, gelten als besonders anfällig. Viele dieser Wallets stammen noch aus den Anfangsjahren von Bitcoin.

Trotz der weit verbreiteten Bedenken gehen Analysten davon aus, dass das tatsächliche Risiko derzeit begrenzt ist. Untersuchungen des Investmentunternehmens CoinShares ergaben, dass lediglich 10.230 BTC, die auf Adressen mit öffentlich zugänglichen kryptografischen Schlüsseln verwahrt werden, potenziell gefährdet sind.

Trotz der theoretischen Risiken erklärte PsiQuantum, dass es nicht plant, seine Technologie zum Hacken von Kryptowährungen einzusetzen.

Mitbegründer Terry Rudolph merkte während des Quantum Bitcoin Summit an:

„Wir haben keine derartigen Pläne. Es ist unmöglich, so etwas zu verbergen – das Unternehmen beschäftigt Hunderte von Mitarbeitern.“

Die Quantenforschung beschleunigt sich

Die Fortschritte bei Quantentechnologien sind bereits spürbar. So hat IBM kürzlich den größten verschränkten Quantenzustand mit 120 Qubits erzeugt, was Forscher als wichtigen Schritt hin zu zukünftigen Systemen bezeichnen, die in der Lage sind, Kryptographie anzugreifen.

Eine im letzten Monat veröffentlichte Studie legt nahe, dass etwa 100.000 Qubits ausreichen könnten, um 2048 Bit lange Schlüssel zu knacken. Zum Vergleich: Der größte derzeit am California Institute of Technology verfügbare Quantencomputer verfügt über 6100 Qubits.

Coinbase-CEO Brian Armstrong bezeichnete die Bedrohung von Krypto-Assets durch Quantencomputer seinerseits als „beherrschbar“ und merkte an, dass sich das Unternehmen auf den Übergang zu neuen Verschlüsselungsstandards vorbereite.

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