Der jüngste Rückgang des Bitcoin-Preises ist laut Thomas Strobel, einem Strategen der italienischen Bankengruppe UniCredit, auf eine negative Anlegerstimmung und wirtschaftlichen Druck zurückzuführen.
Straubel schätzt den fairen Wert von Bitcoin auf rund 75.000 US-Dollar. Laut dem UniCredit-Analysten könnte ein Preisrückgang von etwa 35 % von diesem Niveau, insbesondere wenn die Kurse über einen längeren Zeitraum unter 50.000 US-Dollar bleiben, einen tiefergreifenden Abwärtstrend am Markt signalisieren. Damit Bitcoin seinen fairen Wert erreicht, sind laut dem Bankexperten eine Verbesserung der allgemeinen Anlegerstimmung, erhöhte Mittelzuflüsse in Bitcoin-ETFs und eine gesteigerte Marktliquidität erforderlich.
Laut SoSoValue verzeichnen Bitcoin-Fonds seit fünf Wochen in Folge Verluste. Allein in der vergangenen Woche sanken die Fonds um rund 315,9 Millionen US-Dollar. Den größten Verlust ereignete sich in den sieben Tagen bis zum 30. Januar, als Bitcoin-ETFs einen Nettoabfluss von etwa 1,49 Milliarden US-Dollar verzeichneten.
Angesichts des anhaltenden Kursverfalls am Kryptomarkt richten Anleger ihren Blick zunehmend über die drei größten Kryptowährungen hinaus, erklärte Johann Kerbrat, Leiter des Kryptobereichs bei Robinhood, gegenüber Cointelegraph. Laut Kerbrat sehen die Kunden der Plattform die Situation als Chance, „bei Kursrückgängen zuzuschlagen“. Viele, so Kerbrat, hätten begonnen, digitale Währungen häufiger zu staken.
Am Sonntag, dem 22. Februar, notierte Bitcoin bei rund 68.168 US-Dollar. Die führende Kryptowährung verlor in der vergangenen Woche etwas mehr als 1 %, im vergangenen Monat fast 24 % und in den letzten sechs Monaten 42 % an Wert. Am 6. Februar fiel Bitcoin auf ein 16-Monats-Tief von 60.008 US-Dollar. Der Krypto-Angst- und Gierindex befindet sich seit Anfang Februar im Bereich „extreme Angst“.
Zuvor hatte Timothy Peterson, Ökonom und Anlageberater bei Cane Island, angedeutet, dass die Trendwende bei Bitcoin erst in der zweiten Dezemberhälfte beginnen würde.
