
Bitcoin (BTC) tritt in eine kritische Phase ein, die durch die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und einen massiven Optionskontrakt im Wert von fast 14 Milliarden Dollar bedingt ist.
Das Ereignis, das sich als der größte Optionsverfall dieses Jahres auszeichnet, findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Märkte nach Orientierung suchen, wobei die Unsicherheit über die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran die Risikobereitschaft direkt beeinflusst.
Laut Marktdaten verfallen am Freitag Bitcoin-Optionen im Wert von rund 14 Milliarden US-Dollar (basierend auf dem gesamten offenen Interesse). Dieser vierteljährliche Verfall wird etwa 40 % des offenen Interesses auf Deribit, einer der größten Plattformen im Krypto-Derivatemarkt, auslöschen. Dieses Ereignis fällt zeitlich mit den Drohungen von US-Präsident Donald Trump zusammen, den militärischen Druck auf den Iran zu erhöhen, und Teherans Ablehnung eines Friedensvorschlags.
In den letzten Wochen bewegte sich der Bitcoin-Kurs in einer Spanne zwischen etwa 60.000 und 75.000 US-Dollar. Deutlich unter seinem Höchststand von rund 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 notiert der Bitcoin trotz geopolitischer Spannungen und periodischer Zuflüsse in US-amerikanische Bitcoin-ETFs keine klare Richtung einschlagen konnte. Tatsächlich fiel der Bitcoin-Kurs heute um 3,2 % auf 68.692 US-Dollar.
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Marktteilnehmern zufolge spielt die Positionierung an den Derivatemärkten eine bedeutende Rolle für diesen Seitwärtstrend. Im ersten Quartal des Jahres bevorzugten institutionelle Anleger den Verkauf von Call-Optionen und nahmen Positionen ein, bei denen kein starker Kursanstieg erwartet wurde. Dadurch konzentrierte sich das Risiko auf die Market Maker, die ihre Positionen ausglichen, indem sie bei fallenden Kursen kauften und bei steigenden Kursen verkauften. Dieser Mechanismus wiederum dämpfte die Volatilität.
Analysten gehen davon aus, dass die Positionierung an den Derivatemärkten eine entscheidende Rolle für diesen Seitwärtstrend spielt. James Harris, CEO des Vermögensverwaltungsunternehmens Tesseract, merkt an, dass institutionelle Anleger im ersten Quartal des Jahres bevorzugt durch den Verkauf von Call-Optionen Erträge generierten. Laut Harris führte dies zu einer Umverteilung des Risikos zugunsten der Market Maker, die die Volatilität durch Käufe bei fallenden und Verkäufe bei steigenden Kursen dämpften.
Im Verlauf dieses Prozesses wurde festgestellt, dass sich der Preis häufig dem „maximalen Kursrückgangspunkt“ bei etwa 75.000 US-Dollar näherte. Harris erklärte: „Absicherungsgeschäfte können den Preis mit Annäherung des Verfallstermins auf dieses Niveau drücken, begrenzen aber auch die Kursbewegung innerhalb der Spanne.“
Dieser mechanische Effekt dürfte nach Ablauf der Optionskontrakte verschwinden. Analysten weisen darauf hin, dass Bitcoin ab diesem Zeitpunkt wieder stärker auf makroökonomische und geopolitische Ereignisse reagieren wird.
Andreja Kobelic erklärte, dass Bitcoin im aktuellen unsicheren Umfeld im Bereich von 70.000 bis 75.000 US-Dollar verharren könnte. Die Obergrenze dieses Bereichs wirke sowohl anziehend als auch widerstandsfähig. Laut Kobelic könnte ein mögliches Waffenstillstandsabkommen den Preis über 75.000 US-Dollar treiben und durch die Eindeckung von Short-Positionen weitere Kursgewinne auslösen. Sie warnte jedoch, dass der Preis bei einem Scheitern der Verhandlungen auf 68.500 US-Dollar fallen könnte.
Jasper De Maer, ein OTC-Händler bei Wintermute, erklärte hingegen, dass die Optionsdynamik einen leichten Aufwärtstrend bei Bitcoin ausgelöst habe, es aber keine klaren Erwartungen hinsichtlich der allgemeinen Marktentwicklung gebe. De Maer merkte an, dass die Faktoren, die die Volatilität nach dem Verfall von Optionen dämpfen, verschwinden würden und makroökonomische sowie geopolitische Faktoren wieder eine entscheidende Rolle am Markt spielen würden.
Analysten zufolge liegt das größte Risiko nicht im Fehlen institutioneller Anleger am Markt, sondern in deren rascher Liquidation im Falle negativer Ereignisse. Harris merkte an, dass bei einem negativen geopolitischen Szenario, insbesondere zum Ende der Woche, die durch Optionen gebotene strukturelle Unterstützung wegfallen und potenziell zu deutlich stärkeren Preisschwankungen führen würde.
*Dies ist keine Anlageberatung.
