
ElonTrades, Kryptoanalyst und Gründer von Signal Labs, analysierte die Wettbewerbsvorteile des Canton-Netzwerks im institutionellen Blockchain-Bereich. Er erklärte, die zentrale Herausforderung für große Finanzinstitute bestehe darin, gleichzeitig die Vertraulichkeit von Handelsstrategien und die Durchführung sofortiger, risikofreier Transaktionen zwischen Institutionen zu gewährleisten. Die meisten bestehenden Lösungen erzwingen einen Kompromiss zwischen diesen beiden Parametern.
ElonTrades merkte an, dass Avalanche-Subnetze entweder Interoperabilität oder Datenschutz bieten, aber nicht beides, da die Subnetze isoliert sind und für die Interaktion Brücken benötigen. Hyperledger Fabric bietet ein hohes Maß an Datenschutz, jedoch praktisch keine Interoperabilität zwischen Netzwerken. Private Blockchains großer Banken wie JPM Onyx und GS DAP bieten ebenfalls maximalen Datenschutz, bleiben aber isolierte Systeme. Öffentliche Netzwerke wie Ethereum und Solana hingegen bieten hohe Interoperabilität, sind aber aufgrund ihres mangelnden Datenschutzes für regulierte Institutionen ungeeignet.
Laut Experten ist Canton die einzig geeignete Architektur. Das Projekt vereint selektiven Datenschutz, atomare Kompatibilität und Betrieb im industriellen Maßstab. Netzwerkteilnehmer sehen nur die für die Abwicklung notwendigen Informationen, und Transaktionen zwischen verschiedenen Organisationen können in einer einzigen Transaktion abgeschlossen werden. Diese Infrastruktur ist bereits in realen Prozessen im Einsatz und verarbeitet monatlich Transaktionen im Wert von rund 1,5 Billionen US-Dollar über die Broadridge-Plattform.
ElonTrades hob insbesondere den Netzwerkeffekt von Canton hervor. Über 30 namhafte Organisationen, darunter Goldman Sachs, DTCC, BNP Paribas, Euroclear, Moody's und HKFMI, sind bereits Mitglieder der Global Synchronizer Foundation. Der Experte betonte, dass die Präsenz dieser Schlüsselunternehmen andere Marktteilnehmer dazu anregt, dem Netzwerk beizutreten, um die Kompatibilität der Abwicklung zu gewährleisten. Die Governance durch die Linux Foundation macht Canton zu einer neutralen Plattform und reduziert somit den Anreiz zur Entwicklung alternativer proprietärer Lösungen.
Der Analyst wies zudem auf das potenzielle Risiko einer Abspaltung des Splice-Open-Source-Codes hin, auf dem das Netzwerk basiert. Große Konsortien könnten theoretisch eigene Versionen der Plattform entwickeln. Solche Initiativen würden jedoch das Ökosystem fragmentieren und seinen entscheidenden Vorteil – die universelle Kompatibilität mit allen Marktteilnehmern – zunichtemachen. ElonTrades schloss mit dem Hinweis, dass sich Canton zu einem Branchenstandard für institutionelle Blockchain-Lösungen entwickelt.
