China wird Blockchain zur Verifizierung von Ökostrom im Rahmen seines einheitlichen nationalen Strommarktes einsetzen.

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  • China plant, bis 2030 einen einheitlichen nationalen Strommarkt zu schaffen, der den Stromhandel im ganzen Land ermöglichen soll.
  • Die Blockchain-Technologie wird grüne Energie verifizieren und so das Vertrauen in erneuerbaren Strom und die CO2-Bilanzierung erhöhen.
  • Die Reformen erweitern die flexible Stromerzeugung, virtuelle Kraftwerke und die Marktsteuerung, um die Zuverlässigkeit des Stromnetzes zu stärken.

China plant eine Reform seines Energiesektors durch die Schaffung eines einheitlichen nationalen Strommarktes, der Blockchain-Technologie zur Erfassung des Verbrauchs grüner Energie nutzt. Eine neue Richtlinie des Staatsrats skizziert einen Fahrplan bis 2035, der unter anderem die Blockchain-Technologie zur Verifizierung grüner Energie und die Anerkennung von Ökostromzertifikaten in der CO₂-Bilanzierung vorsieht.

Blockchain zur Verifizierung von Ökostrom

Im Rahmen seiner Reformen wird China die Schaffung eines nationalen einheitlichen Marktes für Ökostromzertifikate beschleunigen. Diese Zertifikate dienen als offizieller Nachweis für die Produktion und den Verbrauch von Strom aus erneuerbaren Energien.

Die Richtlinie sieht Folgendes vor:

  • Zertifizierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette für die Produktion und den Verbrauch von grünem Strom
  • Die Implementierung von Technologien wie Blockchain zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit
  • Verbesserte Überwachung der Preise für Umweltzertifikate
  • Ausweitung des sowohl obligatorischen als auch freiwilligen Verbrauchs von Ökostrom

Mithilfe der Blockchain-Technologie wollen die Behörden die Glaubwürdigkeit von Ökostromanwendungen erhöhen und Ökostromzertifikate in die CO₂-Bilanzierung integrieren. Zudem planen sie, Möglichkeiten zur Einbindung dieser Zertifikate in die nationale CO₂-Berichterstattung zu prüfen und internationale Anerkennung für chinesische Standards zu erreichen.

Ein einheitlicher nationaler Strommarkt bis 2030

Zusätzlich zur Umweltprüfung skizziert das Dokument eine ambitionierte Strukturreform des chinesischen Energiesystems. Bis 2030 plant China Folgendes:

  • Schaffung eines einheitlichen nationalen Strommarktsystems
  • Alle Arten von Energiequellen und relevante Benutzeranforderungen sollen direkt einbezogen werden.
  • Der Markthandel wird mit etwa 70 % des gesamten Stromverbrauchs versorgt.
  • Vollständig tätig am nationalen Spotmarkt für Strom.

Bis 2035 soll das einheitliche System vollständig ausgereift sein und einen reibungslosen Stromhandel innerhalb und zwischen den Provinzen ermöglichen. Die Preise werden dabei Energieverbrauch, Regulierungsauflagen, Umweltauswirkungen und Kapazität berücksichtigen. Die Reformen zielen außerdem darauf ab, regionale Barrieren und lokalen Protektionismus abzubauen und die nationale Stromverteilung effizienter zu gestalten.

Stärkung des Ökostrommarktes

Der Markt für grünen Strom wird weiter verbessert durch:

  • Mehrjährige Verträge für den Handel mit grüner Energie
  • Aggregierte Modelle des Ökostromhandels
  • Verbesserung des Transfers sauberer Energie zwischen den Provinzen
  • Eine Studie zur Beteiligung von Biomasse an freiwilligen Märkten zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen

Die Behörden streben einen höheren Verbrauch von Ökostrom an und wollen die Planung erneuerbarer Energien besser mit dem Markthandel abstimmen. Außerdem wollen sie sicherstellen, dass die Preise für Ökostromzertifikate auf einem angemessenen Niveau bleiben und genauer überwacht werden.

Kapazitätsmärkte und flexible Energie

Um die Netzstabilität trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien zu gewährleisten, wird China Möglichkeiten zur Vergütung von Energieversorgern für verfügbare Kapazitäten prüfen. Kohlekraftwerke, Pumpspeicherkraftwerke und neue Energiespeichersysteme könnten für die Bereitstellung zuverlässiger Energie vergütet werden.

Dienstleistungen wie Frequenzregelung und Bereitschaftsstromversorgung werden ausgebaut und eng mit dem Spotmarktgeschäft verknüpft. Neue Geschäftsmodelle wie virtuelle Kraftwerke, intelligente Mikronetze und flexible Lasten werden unter klaren technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in die Strommärkte eingeführt.

Digitale Regierungsführung und Marktüberwachung

China plant die Schaffung einheitlicher technischer Standards, gemeinsamer Datenmodelle und vernetzter Handelsplattformen im ganzen Land. Ein nationales Strommarktkreditsystem wird Kreditinformationen zwischen den Provinzen überwachen und austauschen. Lokale Eingriffe wie Preisabsprachen oder Marktmissbrauch werden strengeren Kontrollen unterliegen, und der Marktzugang wird einer nationalen Negativliste unterliegen.

Ökologische und marktorientierte Energieförderung

Die Reformen unterstützen Chinas Ziele der Energiesicherheit, des Wirtschaftswachstums und der ökologischen Transformation. Durch die Verknüpfung von Marktreformen mit Blockchain-basierter Umweltverifizierung will China ein transparentes, marktorientiertes System schaffen, das erneuerbare Energien in der nationalen und internationalen CO₂-Bilanz berücksichtigt.

Bei vollständiger Umsetzung könnte der Plan den Handel, die Preisgestaltung und die Überprüfung von Strom im größten Stromnetz der Welt im Laufe des nächsten Jahrzehnts grundlegend verändern.

Siehe auch: Chinas steigender Anteil am BIP signalisiert eine Verschiebung der globalen Wirtschaftsmacht

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