
In einem ausführlichen Beitrag auf der X-Plattform wies Qureshi auf grundlegende Widersprüche zwischen menschlicher Entscheidungsfindung und der Architektur dezentraler Netzwerke hin.
Ursprünglich plante die Branche, traditionelle Gerichtssysteme vollständig durch Softwarecode zu ersetzen. Das Netzwerk sollte Eigentumsrechte direkt und ohne Zwischenhändler durchsetzen.
Die Kluft zwischen digitalen Vermögenswerten und traditionellem Recht
In einem ausführlichen Beitrag zur X-Plattform wies Qureshi auf die grundlegenden Widersprüche zwischen menschlicher Entscheidungsfindung und der Architektur dezentraler Netzwerke hin. Ursprünglich plante die Branche, traditionelle Gerichtssysteme vollständig durch Softwarecode zu ersetzen. Das Netzwerk sollte Eigentumsrechte direkt und ohne Zwischenhändler durchsetzen.
Ein solcher Wandel hat jedoch nicht stattgefunden. Auch spezialisierte Unternehmen setzen weiterhin auf klassische Rechtsdokumente. Insbesondere bei Investitionen in neue Projekte unterzeichnen Fonds standardisierte Papierdokumente. Folglich vermeiden die Parteien Transaktionen ohne die üblichen rechtlichen Garantien. Oftmals werden selbst On-Chain-Verträge zur Tokenverteilung durch einen klassischen Vertrag ergänzt.
Laut Qureshi liegt das Hauptproblem in der sozialen Inkonsistenz, nicht in technischen Fehlern. Die Blockchain arbeitet strikt nach vorgegebenen Algorithmen. Das System ignoriert jedoch völlig die Nuancen menschlichen Verhaltens. Im Gegensatz dazu haben Banker den Finanzsektor über Jahrhunderte hinweg mit Blick auf potenzielle Kundenfehler gestaltet. Der Infrastruktur für digitale Vermögenswerte fehlen solche Schutzmechanismen von vornherein.
Lange kryptografische Adressen und unwiderrufliche Transaktionen widersprechen natürlich unserem intuitiven Verständnis von Geld. Nutzer zögern daher weiterhin, unbekannte Überweisungen zu signieren, da sie das Risiko eines unwiderruflichen Geldverlusts fürchten. Die Notwendigkeit, Angaben sorgfältig zu prüfen, ist allgemein bekannt. Darüber hinaus führt einfache Unachtsamkeit regelmäßig zu Kontoübernahmen.
Der Übergang zu einer Wirtschaft mit autonomen Agenten
Softwarealgorithmen ermüden nicht. Sie können Vertragslogik augenblicklich analysieren und nicht-standardmäßige Situationen simulieren. Maschinen wiederum führen Transaktionen ohne emotionale Schwankungen durch. Die Blockchain ist ein vollständig transparentes System von Eigentumsrechten. Dies erfüllt die Anforderungen an Maschinencode im Finanzbereich vollumfänglich. Folglich werden Mechanismen, die für Menschen komplex sind, von neuronalen Netzen als klare Spezifikation wahrgenommen.
Der Experte prognostiziert das baldige Aufkommen vollautomatisierter Wallets. Maschinenprogramme werden die Gelder der Kunden autonom verwalten. Die Programme werden ohne menschliches Eingreifen direkt miteinander interagieren können. Das Ergebnis wird eine globale, auf nahtloser Computerinfrastruktur basierende Machine-to-Machine-Wirtschaft sein.
Früher war eine komplexe Benutzererfahrung das Haupthindernis für die breite Akzeptanz von Innovationen. Heute werden die Schwächen der Benutzeroberfläche für Menschen zu unbestreitbaren Vorteilen für Algorithmen. Dieser Wandel braucht Zeit zur Anpassung. Die GPS-Technologie wurde erst mit dem Aufkommen von Smartphones für den Massenmarkt populär. Die Entwicklung dezentraler Netzwerke hängt ähnlich von Fortschritten im maschinellen Lernen ab.
Perspektiven für die Entwicklung eines neuen Marktes
Darüber hinaus hat Ryan Adams, Gründer der Bankless-Plattform, die Theorie der Maschinenökonomie öffentlich unterstützt. Er prognostizierte das Aufkommen von Milliarden autonomer Programme in den kommenden Jahren, wodurch die Marktkapitalisierung rasant auf 10 Billionen US-Dollar ansteigen könnte. Das Konzept der dezentralen Finanzierung von Algorithmen gewinnt bei Investoren stetig an Popularität. Branchenexperten erwarten die Entstehung von Billionen spezialisierter Wallets.
Trotzdem bestehen weiterhin objektive Einschränkungen auf dem Markt. Programme können zwar Transaktionen autonom durchführen, die rechtliche Verantwortung liegt jedoch bei den Entwicklern oder Organisationen. Letztendlich wird das klassische Rechtssystem für die Streitbeilegung relevant bleiben. Deterministische Verträge reduzieren die Unsicherheit bei Überweisungen. Gleichzeitig beseitigen sie jedoch weder systemische Risiken noch Schwachstellen im Code oder Managementfehler. Sollten neuronale Netze zur primären Schnittstelle werden, besteht die Gefahr, dass die Blockchain sich von einem alternativen Finanzsystem zu einer versteckten Serverbasis entwickelt.
