Der Leiter des Geschäftsbereichs von Avalanche: „Die Kryptoindustrie muss reifer werden und echte Probleme lösen.“

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John Nahas, Leiter des Geschäftsbereichs bei Avalanche, erklärte, Blockchain sei ein Geschäftsinstrument, kein Kryptoprodukt. Er erläuterte, dass Unternehmen eine maßgeschneiderte Blockchain-Infrastruktur benötigen, die Compliance-Anforderungen, geografische Besonderheiten und betriebliche Spezifikationen berücksichtigt.

Nahas verglich das Modell von Avalanche mit WordPress: Er ist der Ansicht, dass Unternehmen Blockchain genauso einfach einsetzen können sollten wie Webseiten.

Er merkte an, dass sich die Strategie von Avalanche von breit angelegten Krypto-Erzählungen hin zu einem „für Unternehmen entwickelten“ Ansatz und integrierten Finanzlösungen verlagert habe.

Ziel sei es laut Nahas, Unternehmen dabei zu helfen, entweder durch Digitalisierung neue Einnahmen zu generieren oder durch effizientere digitale Kanäle Kosten zu senken.

Das ist wichtig. Die Diskussion zeigt, wie eines der größten Kryptonetzwerke versucht, sich von dem spekulativen Hype um die Token zu distanzieren und sich als Anbieter von Unternehmensinfrastruktur zu positionieren.

Nahas ist der Ansicht, dass es sich bei einem Großteil der Kryptoindustrie um „Technologie um der Technologie willen“ handelt und dass es zu wenige Produkte gibt, die konkrete Kundenprobleme lösen.

Er argumentiert, dass Unternehmen nur ungern ihre Geschäftstätigkeit an einer einzigen, standardisierten Kette ausrichten, wenn sie Datenschutz, spezielle Gebührenstrukturen oder behördliche Aufsicht benötigen.

Diese Haltung spiegelt einen allgemeinen Trend in der Branche wider: die zugrunde liegenden Blockchain-Lösungen werden ausgeblendet, während der Fokus auf den Endergebnissen liegt – schnelleren Zahlungen, tokenisierten Vermögenswerten und neuen Kundenservices.

Nahas erklärte, dass das frühere “Subnet”-Modell von Avalanche, das jetzt Avalanche L1 heißt, es Unternehmen ermöglicht, souveräne Blockchains mit eigenen Validatoren und Regeln zu starten.

Laut seinen Angaben laufen bereits mehr als 70 L1-Netzwerke auf Avalanche, und bis Ende des Jahres plant man, etwa 200 zu erreichen.

Er nannte als Anwendungsbeispiele tokenisierte Aktien, digitale FIFA-Produkte, Grundbucheinträge in Bergen County, New Jersey, und tokenisierte Vermögensprogramme in Japan.

Nahas berichtete, dass die L1-Netzwerke von Avalanche insgesamt rund 40 Millionen Transaktionen pro Tag abwickeln – diese Transaktionen verteilen sich jedoch auf mehrere Blockchains und konzentrieren sich nicht auf ein einziges Flaggschiff-Netzwerk.

Zwischen den Zeilen: Nahas stellte unmissverständlich fest, dass die Kritiker der Kryptoindustrie nicht ganz unrecht haben. Seiner Ansicht nach hat sich die Branche zu oft auf Spekulationen, schwache Geschäftsmodelle und kurzfristige Schlagzeilen verlassen.

Er merkte an, dass bei vielen Projekten „der Token ein Produkt war“ – was seiner Ansicht nach kein tragfähiges Geschäftsmodell darstellt.

Nahas ist der Ansicht, dass der Sektor noch nicht genügend echte „Killer-Apps“ hervorgebracht hat, die nur die Blockchain bieten kann – obwohl er andeutet, dass Stablecoins solche Apps werden könnten.

Er merkte außerdem an, dass Unternehmenspartner bereits mit Kryptowährungen arbeiten, aber oft unzufrieden sind, wenn sich Projekte auf Ankündigungen anstatt auf die Umsetzung konzentrieren.

Nahas ist der Ansicht, dass klare Regeln institutionelle Akteure dazu ermutigen können, aktiv zu werden, selbst wenn der libertäre Flügel der Krypto-Community sich gegen eine Regulierung wehrt.

Seinen Angaben zufolge wollen viele Unternehmen derzeit Blockchain implementieren, werden aber erst handeln, wenn sie die rechtlichen Grenzen kennen.

Nahas merkte im Hinblick auf KI an, dass Blockchain-basierte Zahlungskanäle für agentenbasierte Systeme und Mikrozahlungen an Bedeutung gewinnen könnten. Als Beispiel nannte er den Avalanche-Partner Kite AI.

Seine Hauptthese: Diejenigen Krypto-Plattformen, die sich durchsetzen werden, sind diejenigen, die weniger einer Ideologie und mehr einer zuverlässigen Geschäftsinfrastruktur ähneln.

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