
Der US-amerikanische Mobilfunkanbieter T-Mobile hat Live Translation angekündigt, eine Funktion zur Echtzeitübersetzung von Telefongesprächen in über 50 Sprachen. Die Technologie ist direkt in das Netzwerk des Unternehmens integriert und funktioniert ohne zusätzliche Apps oder spezielle Geräte.
Wie funktioniert ein Online-Übersetzer?
Um die Weiterleitung zu aktivieren, muss ein T-Mobile-Kunde vor dem Anruf *87 wählen. Mindestens ein Anrufer muss mit dem T-Mobile-Netz verbunden sein. Die Funktion unterstützt alle Mobiltelefone im Netz, von High-End-Smartphones bis hin zu einfachen Tastenhandys.
Das System erkennt automatisch die Sprachen der Gesprächsteilnehmer und ermöglicht es Ihnen, Ihre bevorzugte Sprache bei der Einrichtung auszuwählen. Übersetzungen werden in Echtzeit von künstlicher Intelligenz generiert, wobei das Unternehmen jedoch keine absolute Genauigkeit garantieren kann.
Unterstützte Sprachen umfassen Russisch.
Die Liste mit über 50 Sprachen umfasst auch Russisch, das in der Kategorie „Mittel- und Osteuropa“ aufgeführt ist. Neben Russisch werden Ukrainisch, Belarussisch, Polnisch, Tschechisch, Bulgarisch, Kroatisch und viele weitere Sprachen der Region unterstützt.
Die vollständige Sprachkarte umfasst auch afrikanische Sprachen (Afrikaans, Suaheli), asiatische Sprachen und die wichtigsten europäischen Sprachen. T-Mobile hebt die Möglichkeit hervor, sich im sozialen Netzwerk X „mit Menschen in über 50 Sprachen zu vernetzen“.
Beta-Testphase und kommerzielle Markteinführung
Die Anmeldung zum Betatest startet am 11. Februar 2026 über die T-Life-App. Diese Funktion steht ausschließlich T-Mobile-Vertragskunden zur Verfügung. Die Plätze im Betatest sind begrenzt, und eine Anmeldung garantiert keine Teilnahme.
Der Betatest startet im Frühjahr 2026 und ist für Teilnehmer kostenlos. Die kommerzielle Markteinführung ist für Ende 2026 geplant. Die Funktion nutzt das 5G-Advanced-Netz des Unternehmens.
Wichtiger Hinweis: Die Live-Übersetzung gilt nicht für Notrufe wie 911 oder 988 – diese Anrufe werden im Standardmodus ohne Übersetzung bearbeitet.
Die Konkurrenten hinken immer noch hinterher.
T-Mobiles Hauptkonkurrent Verizon bietet mit Stand Februar 2026 für kein Gerät eine vergleichbare native Übersetzungsfunktion an. Verizon unterstützt Übersetzungen über Partnertechnologien: Samsung Galaxy AI für Samsung-Smartphones und Ray-Ban Display AI für Datenbrillen.
Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass die Lösungen von Verizon spezielle Geräte oder Zubehör erfordern, während T-Mobile die Übersetzung auf Netzwerkebene integriert hat. Dadurch steht die Funktion allen Besitzern von Mobiltelefonen zur Verfügung – von den neuesten iPhones bis hin zu älteren Feature-Phones.
T-Mobile ist der erste große US-amerikanische Mobilfunkanbieter, der einen netzwerkbasierten KI-Übersetzer für Sprachanrufe einführt. Diese Technologie hat das Potenzial, die internationale Kommunikation grundlegend zu verändern, indem sie Sprachbarrieren auf Ebene der Telekommunikationsinfrastruktur und nicht auf Ebene einzelner Endgeräte überwindet.
Meinung der KI
Im Bereich des maschinellen Lernens setzt die Einführung von T-Mobile Live Translation neue Maßstäbe für die Monetarisierung der Netzwerkinfrastruktur durch KI-Dienste. Google Translate benötigte über 15 Jahre, um eine akzeptable Sprachübersetzungsqualität zu erreichen, während T-Mobile diese Technologie bereits auf Basisstationsebene integriert. Dieser Ansatz könnte Netzbetreiber dazu anregen, sich von reinen Datenpipelines zu Anbietern kognitiver Dienste zu wandeln.
Echtzeitübersetzung erfordert eine Verarbeitungszeit von weniger als 200 Millisekunden, um einen natürlichen Dialog zu erhalten. Es bleibt abzuwarten, ob diese Art der KI-Integration in die Telekommunikationsinfrastruktur zum neuen Standard wird oder ein Nischenexperiment eines einzelnen Anbieters bleibt.
