Vitalik Buterin forderte die Ablehnung der Blockchain-Optimierung durch Unternehmen und den Schutz der Souveränität.

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Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin veröffentlichte einen ausführlichen Kommentar zur Zukunft des Internets und digitaler Technologien. Er unterstützte einige der darin geäußerten Ideen, betonte aber insbesondere die Unterscheidung zwischen dem, was er als „offenes“ und „souveränes“ Netz bezeichnete. Er gab an, diese Unterscheidung erst kürzlich erkannt zu haben, obwohl Bitcoin-Befürworter (BTC) dies schon viel früher getan hatten. Ihr Widerstand gegen Token, ICOs und komplexe Finanzanwendungen war ein Versuch, die Souveränität des Netzwerks zu wahren. Der Fehler, so Buterin, lag darin, dieses Ziel durch Nutzerbeschränkungen oder staatlichen Druck erreichen zu wollen. Die Sorge um den Verlust der Unabhängigkeit sei jedoch berechtigt gewesen.

Buterin prägte den Begriff „Corporoslop“ als eine Kombination aus Unternehmensoptimierung, nach außen hin glänzendem Image und gewinnmaximierendem Verhalten auf Kosten der Nutzer. Er beschreibt ihn als ein Zusammenspiel aus wirkungsvollen Geschäftsmechanismen, einem seriösen Image und Praktiken, die die Interessen der Menschen untergraben. Als Beispiele nannte der Entwickler soziale Netzwerke, die kurzfristiges Engagement auf Kosten des langfristigen Nutzens fördern.

Buterin wies auf die massenhafte Datenerfassung, geschlossene Systeme mit hohen Gebühren und die eingeschränkte Vernetzung mit anderen Plattformen hin. Er urteilte, dass solche Modelle zwar nützlich erscheinen mögen, den Nutzern in Wirklichkeit aber die Kontrolle entziehen. Dies führe, so der Entwickler, zu einer homogenen und inhaltsleeren digitalen Umgebung.

Buterin wies insbesondere darauf hin, dass viele Unternehmen wertorientierte Slogans zu Marketingzwecken nutzen und diese dann aufgeben, sobald sie profitabel werden. Er bezeichnet solche Praktiken als Ausdruck eines digitalen Korporatismus, der kurzfristige Gewinne an die Stelle langfristiger Prinzipien setzt. Seiner Ansicht nach sind solche Ansätze nicht nur online, sondern auch in der Offline-Wirtschaft anzutreffen. Dadurch entsteht ein Umfeld, in dem Nutzer zwar formal eine Dienstleistung erhalten, faktisch aber ihre Autonomie verlieren. Dies untergräbt das Vertrauen und beraubt das Ökosystem seiner Vielfalt. Buterin betont, dass es sich um ein systemisches Problem handelt.

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