
Matter Labs CEO Alex Glukhovsky präsentierte eine aktualisierte Strategie für das ZKsync-Ökosystem. Das Unternehmen wird die Idee des Aufbaus einer alternativen Kryptoökonomie zugunsten der Integration in den globalen Markt aufgeben.
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— ALEX | ZKsync ∎ (@gluk64) 12. Januar 2026
Grundlage hierfür wird das Konzept einer „unbestechlichen Finanzinfrastruktur“ sein.
Laut Glukhovsky haben acht Jahre Branchenentwicklung deutlich gemacht, dass eine breite Akzeptanz ohne Integration in den realen Finanzsektor unmöglich ist. Traditionelle Märkte operieren innerhalb eines strengen regulatorischen Rahmens, den die Kryptoindustrie lange ignoriert hat.
In Gesprächen mit Banken, Regierungen und großen Unternehmen identifizierte das Matter Labs-Team vier entscheidende institutionelle Anforderungen für die Blockchain-Technologie:
- Datenschutz. Finanzdaten dürfen nicht veröffentlicht werden. Banken sind nicht bereit, Kontostände oder Geschäftspartner online preiszugeben, da dies gegen die Geschäftsgeheimhaltung und geltendes Recht verstößt.
- Kontrolle. Institutionen benötigen Leistungs- und Governance-Garantien. In gemeinsam genutzten Netzwerken dürfen Aktivitäten Dritter kritische Vorgänge, wie beispielsweise die Bearbeitung von Nachschussforderungen, nicht beeinträchtigen.
- Risikomanagement. Aufsichtsbehörden verpflichten Banken, die Rechtmäßigkeit jeder Transaktion zu bestätigen und den Initiator sowie die Gründe dafür anzugeben. Dies erfordert eine deterministische Zugriffskontrolle und eine selektive Datenweitergabe.
- Interoperabilität. Geschlossene Datenbanken sind ohne Zugang zu globaler Liquidität und externen Märkten wirkungslos.
Glukhovsky betonte, dass frühere Generationen von Blockchain-Protokollen diese Anforderungen nicht ohne Kompromisse erfüllen konnten. Die Lösung war die Zero-Knowledge-Proof-Technologie. Sie ermöglicht Datenschutz und Nachvollziehbarkeit bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Verbindung zu öffentlichen Blockchains.
Ergebnisse für 2025 und Pläne für 2026
Im vergangenen Jahr konzentrierte sich Matter Labs auf den Aufbau der technischen Grundlage. Die Komponenten Atlas, Prividium und Airbender wurden eingeführt und arbeiten nun als einheitliches System zusammen.
Für das Jahr 2026 haben die Entwickler drei Schlüsselbereiche identifiziert:
- Prividium (Datenschutzlösungen). Das Tool entwickelt sich zu einer vollwertigen Banking-Plattform. Der Fokus verlagert sich von der Demonstration technischer Fähigkeiten hin zur nahtlosen Integration in Unternehmensprozesse: Zugriffsmanagement, Reporting und Auditing.
- ZK Stack (Skalierbarkeit). Die Plattform ermöglicht die Integration mehrerer Appchains in ein einziges Ökosystem. Anwendungen erhalten Zugriff auf gemeinsam genutzte Liquidität und Dienste, ohne dass externe Schnittstellen erforderlich sind.
- Airbender ( zkEVM ) plant, seine RISC-V-basierte virtuelle Maschine zu einem universellen Industriestandard zu machen. Der Fokus liegt dabei auf Auditing, formaler Verifizierung und der Verbesserung der Entwicklererfahrung.
Glukhovsky merkte an, dass die Akzeptanz von Kryptowährungen in Unternehmen nicht nur durch regulatorische Unsicherheit, sondern auch durch das Fehlen eines geeigneten Rahmens behindert wurde. Mit der Einführung einer „unbestechlichen Finanzinfrastruktur“ sei diese Hürde beseitigt worden.
Matter Labs plant für 2026 die Einführung mehrerer bedeutender Systeme in den Bereichen Zahlungsverkehr, Kapitalmärkte und Handelsfinanzierung. Das Projekt zielt darauf ab, durch Partnerschaften mit regulierten Institutionen Millionen von Endnutzern zu bedienen.
Zur Erinnerung: Im November bezeichnete Glukhovsky die Privatsphäre als einen treibenden Faktor für Institutionen.
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