
Nach dem Start des Fusaka-Upgrades im Ethereum-Netzwerk hat sich das Volumen der sogenannten „Kryptostaub“-Transaktionen mit Stablecoins laut Analysten von Coin Metrics verdoppelt bis verdreifacht. Sie analysierten über 227 Millionen USDC- und USDT-Wallet-Aktualisierungen von November bis Januar.
Die Studienautoren stellten fest, dass 43 % der Transaktionen Überweisungen unter einem Dollar und 38 % Beträge unter einem Cent betrafen. Solche Überweisungen haben keinen wirtschaftlichen Wert und dienen lediglich dazu, sogenannte „Wallets zu füllen“, erklärten die Forscher. Ziel dieser Angriffe ist es, Nutzer dazu zu verleiten, bei einer Transaktion versehentlich eine falsche Adresse anzugeben und so Gelder an die Betrüger zu überweisen.
Im Durchschnitt beinhalten mittlerweile 11 % aller Ethereum-Transaktionen Überweisungen von Mikrobeträgen in Stablecoins, wobei 26 % der aktiven Adressen täglich an solchen Transaktionen beteiligt sind. Die tägliche Anzahl der Wallets, die sich am sogenannten „Krypto-Dusting“ beteiligen, wird auf 250.000 bis 350.000 geschätzt.
Zum Vergleich: Vor dem Fusaka-Upgrade betrug der Anteil der sogenannten „Dust-Transaktionen“ mit Stablecoins 3–5 % aller Netzwerktransaktionen, während der Anteil aktiver Adressen 15–20 % ausmachte. Nach dem Upgrade stiegen diese Werte laut Coin Metrics auf 10–15 % bzw. 25–35 %. 57 % der Kontostandsaktualisierungen betrafen weiterhin Überweisungen über 1 US-Dollar.
Der Anstieg der sogenannten „Dust-Transaktionen“ ist auf das Fusaka-Upgrade zurückzuführen, das die Transaktionskosten im Netzwerk durch die Optimierung der On-Chain-Datenverarbeitung senkt. Dadurch hat die durchschnittliche Anzahl täglicher Transaktionen die Marke von 2 Millionen überschritten: Mitte Januar lag sie bei fast 2,9 Millionen. Gleichzeitig ist auch die Anzahl aktiver Adressen gestiegen: Aktuell sind es 1,4 Millionen pro Tag, ein Anstieg von 60 % gegenüber dem vorherigen Durchschnitt.
Der Sicherheitsforscher Andrey Sergeenkov stellte einen starken Anstieg der Anzahl neuer Wallets fest: In der Woche ab dem 12. Januar stieg ihre Zahl um 170 %. Er vermutet einen direkten Zusammenhang mit einer Welle von „Address Poisoning“-Angriffen, die sich inmitten niedriger Transaktionsgebühren ereigneten. Sergeenkov berichtete außerdem, dass im Januar innerhalb weniger Tage 740.000 US-Dollar gestohlen wurden.
Ein Nutzer überwies Ether im Wert von über 12 Millionen Dollar an eine „vergiftete Adresse“, weil er glaubte, das Geld an Galaxy Digital zu senden.
