Vitalik Buterin erklärte, wie man Ethereum mit KI integrieren kann.

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Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin veröffentlichte eine neue Vision für die Synergie zwischen Blockchain-Technologien, Kryptographie und künstlicher Intelligenz (KI). Laut RBC Crypto skizzierte er in seinem Beitrag wichtige Entwicklungsrichtungen und formulierte ein philosophisches Konzept, demzufolge KI die menschlichen Fähigkeiten erweitert, anstatt ihre Freiheit durch Unternehmensstrukturen einzuschränken.

Buterin malte sich „verrückte Dinge“ für die Zukunft aus – zum Beispiel die Verschmelzung von Menschen und KI, um „Wesen zu erschaffen, die millionenfach schneller denken können“. Doch vorerst schlug er vor, an „gewöhnlichen Ideen“ zu arbeiten, die „noch einer grundlegenden Überarbeitung bedürfen“, und wies auf das Potenzial von Ethereum in dieser Richtung hin.

Der Mitbegründer von Ethereum nannte zwei Hauptziele, die durch die Integration von KI in Kryptowährungstechnologien erreicht werden können. Erstens soll die menschliche Freiheit und der Einfluss des Menschen bewahrt und ein Szenario verhindert werden, in dem die Technologie unter die Kontrolle von Konzernen gerät. Zweitens sollen katastrophale Szenarien vermieden werden, in denen die KI außer Kontrolle gerät.

Der Experte nannte ZK-Beweise oder Zero-Knowledge-Beweise (ZK) als eines der wichtigsten Entwicklungselemente, um die Vertraulichkeit des Datenaustauschs zwischen Menschen und KI zu gewährleisten.

Zero-Knowledge-Proofs (ZK) sind kryptografische Technologien, die es ermöglichen, die korrekte Durchführung einer Aktion oder Berechnung nachzuweisen, ohne die Daten selbst preiszugeben. In der Blockchain werden diese Methoden eingesetzt, um dem Netzwerk die Verifizierung von Transaktionen und Berechnungen zu ermöglichen, ohne Details wie die beteiligten Personen, die Höhe der transferierten Beträge oder die Logik des Smart Contracts offenzulegen. Dies erhöht die Privatsphäre, ohne die Zuverlässigkeit der Datenverifizierung zu beeinträchtigen. Datenschutz hat sich in den letzten Monaten zu einem zentralen Thema auf dem Kryptomarkt entwickelt. Das anfängliche Interesse wurde durch den Aufstieg von Coins wie Zcash (ZEC) in der zweiten Jahreshälfte 2025 geweckt. Daraufhin begannen Experten und Analysten, Datenschutz als einen der wichtigsten Trends für 2026 zu identifizieren, wobei die ZK-Technologie ebenfalls zu den vielversprechenden Bereichen zählt.

Die Rolle von Ethereum im Bereich KI

Langfristig gesehen glaubt Buterin, dass Ethereum eine Schlüsselrolle bei der Schaffung einer sicheren und freien digitalen Zukunft spielen könnte.

Buterin nannte die Entwicklung von Werkzeugen für eine vertrauenswürdige und private Interaktion mit KI als seine oberste Priorität. Der Ethereum-Mitbegründer schlug vor, die Entwicklung auf lokale KI-Modelle ohne Cloud-Lösungen zu konzentrieren. Zu den Optionen zählte er anonyme ZK-Zahlungen für den Zugang zu leistungsstarker KI sowie Methoden, die es Clients ermöglichen, kryptografisch zu überprüfen, ob ein Remote-Server Anfragen fair und privat verarbeitet.

Der zweite grundlegende Aspekt ist die Nutzung von Ethereum als ökonomische Plattform für die Interaktion mit KI. Laut Buterin kann die Blockchain die Basis für Marktbeziehungen bilden – nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen autonomen KI-Agenten. Dies umfasst Zahlungen für API-Aufrufe, ein System, in dem KI-Agenten andere Bots rekrutieren, Sicherheitseinlagenmechanismen, Streitbeilegung auf Blockchain-Ebene und Reputationssysteme für KI. Im Wesentlichen schlägt der Experte eine Alternative zu geschlossenen Unternehmensökosystemen vor.

Die Entwickler der Ethereum Foundation arbeiten bereits an ähnlichen Projekten und haben Anfang 2026 einen neuen Ethereum-Standard – ERC-8004 – vorgestellt, der als eine Art „Pass“ für KI-Agenten dient. Diese Infrastruktur ermöglicht es autonomen Programmen, ohne Zwischenhändler miteinander zu interagieren.

Die dritte Richtung, so Buterin, ist „die Verkörperung des Konzepts der Cypherpunks (einer informellen Bewegung, die sich für Datenschutz durch Kryptografie einsetzt) von vollständiger Überprüfbarkeit aller Prozesse“. Er bezieht sich damit auf die Entwicklung lokaler KI, die für jeden Nutzer zu einem persönlichen Prüfer werden könnte. Als Beispiele nennt Buterin Funktionen zur autonomen Analyse von Smart Contracts, zur Verifizierung von Transaktionen und zur Bewertung von Protokollvertrauensmodellen. Der Experte ist überzeugt, dass solche KIs es jedem ermöglichen werden, unabhängig von der Integrität von Drittanbietern ein technisch autarker Teilnehmer im Ökosystem zu werden.

Der vierte Bereich betrifft einen Durchbruch in der Qualität von Märkten und Governance-Systemen. Viele fortschrittliche kryptoökonomische Konstrukte, wie beispielsweise Prognosemärkte oder neue Governance-Formen für Kryptowährungsprotokolle, wurden durch die Grenzen menschlicher Aufmerksamkeit und analytischer Fähigkeiten beeinträchtigt, wie Buterin anmerkte. KI-Systeme, die in der Lage sind, riesige Datenmengen zu verarbeiten und komplexe Szenarien zu modellieren, werden sich vollumfänglich in solche Blockchain-basierten Systeme einbringen können. Dadurch wird ihr Potenzial für kollektive Entscheidungsfindung endlich ausgeschöpft und die Governance intelligenter, fairer und effizienter gestaltet.

„Wir können die besten Ideen von 2014 wieder aufgreifen und viele weitere, sogar noch bessere hinzufügen. Und mit KI und ZK verfügen wir über ganz neue Werkzeuge, um sie umzusetzen“, schloss Buterin und fügte hinzu, dass Ethereum dazu beitragen könne, diese Vision zu verwirklichen.

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