
Laut Analysten des Kryptowährungsunternehmens Wintermute werden Bitcoin-Miner entweder dazu gezwungen sein, Rechenleistung für Projekte im Bereich der künstlichen Intelligenz bereitzustellen oder ihre angesammelten Coins aktiver zur Einkommenserzielung einzusetzen.
Ihren Schätzungen zufolge haben Bergbauunternehmen im Laufe der Jahre in Regionen mit niedrigen Stromkosten eine großflächige Energieinfrastruktur aufgebaut. Diese Kapazität wird heute in einer anderen Branche benötigt – der Branche für künstliche Intelligenz, die große Rechenzentren und erhebliche Rechenressourcen erfordert.
„Das traditionelle Bitcoin-Mining-Modell ist nach wie vor konservativ. Daher könnte der Umstieg auf KI-Projekte für einige Unternehmen eine attraktive Alternative und die einzige Überlebenschance darstellen. Ein solcher Schritt erfordert jedoch erhebliche Investitionen und eine grundlegende Umstrukturierung des Geschäftsmodells“, so die Analysten.
Laut Wintermute besitzen Mining-Unternehmen zusammen etwa 1 % des gesamten Bitcoin-Angebots. Experten sehen darin ein Überbleibsel der Hortungsstrategie, bei der geschürfte Coins bevorzugt in Bilanzen verwahrt wurden. Viele Instrumente zur Verwaltung dieser Reserven werden nach wie vor kaum genutzt.
Bisher beschränkten sich die Möglichkeiten, mit Krypto-Assets Einkommen zu generieren, auf das Staking. Experten sind jedoch der Ansicht, dass Miner ihre Reserven mithilfe von Finanzinstrumenten effektiver verwalten können.
„Aktives Guthabenmanagement ist ein unterschätztes Instrument für Miner und verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit. Miner, die ihre Bitcoins als aktives Kapital und nicht als passive Reserve betrachten, werden sich im Hinblick auf die nächste Halbierung einen strukturellen Vorteil verschaffen“, erklärte Wintermute.
Die aktuelle Marktlage setzt die Branche zusätzlich unter Druck. Erstmals seit einem Vierjahreszyklus konnte der Bitcoin-Kurs den Umsatzrückgang nach dem Halving nicht ausreichend ausgleichen. Infolgedessen haben die Bruttogewinne der Mining-Unternehmen ein Niveau erreicht, das man sonst nur in den Tiefphasen von Baisse-Zyklen kennt.
Ein weiterer Faktor war, dass die steigenden Transaktionsgebühren den Rückgang der Blockbelohnungen nicht durchgängig ausgleichen konnten. Laut Wintermute treten Gebührenspitzen nur sporadisch auf und stellen keine stabile Einnahmequelle dar. Gleichzeitig belasten die steigenden Stromkosten weiterhin die Gewinne aus dem Mining.
Analysten bezeichneten die Entwicklungen als eine „gesunde Umwälzung“ der Branche, die mit dem Wirtschaftsmodell von Bitcoin übereinstimmt und die Mining-Industrie langfristig nachhaltiger und effizienter machen könnte.
Experten von TheEnergyMag berichteten zuvor, dass große Bitcoin-Mining-Unternehmen in den letzten Monaten ihre angesammelten Coins aktiv verkauft haben. Sie schätzen, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten noch verstärken könnte.
