
Die Bank von Korea hat die zweite Phase des Hangang-Projekts gestartet und testet ihre eigene digitale Währung (CBDC) für Zahlungen und Abrechnungen sowie für die Auszahlung staatlicher Subventionen. Das Pilotprojekt nutzt den digitalen Großhandels-Won und Einlagentoken von Geschäftsbanken.
Die Zentralbank erklärte, dass Einlagentoken ein Zwischeninstrument zwischen digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) und Stablecoins darstellen. Es handelt sich dabei um digitale Zertifikate, die von Banken ausgegeben und im Rahmen eines Pilotprojekts verwendet werden, jedoch nicht direkt von der Zentralbank. Ziel des Projekts ist es, Mechanismen für Subventionszahlungen und automatisierte Zahlungen auf Basis künstlicher Intelligenz vor der Einführung einer digitalen Währung für den Einzelhandel zu testen.
Die Geschäftsbanken KB Kookmin, Shinhan, Woori, Hana, NH Nonghyup, IBK Industrial und BNK Busan Bank nahmen an der ersten Testphase teil. Die Kyongnam Bank und die iM Bank folgten in der zweiten Phase. Das Projekt wird gemeinsam mit der Finanzdienstleistungskommission (FSC) und dem Finanzaufsichtsdienst (FSS) durchgeführt.
Die erste Phase des Hangang-Projekts begann im April 2025 und dauerte knapp drei Monate. In dieser Zeit wurden 118.000 Testtransaktionen durchgeführt. Von den 100.000 eingeladenen Nutzern eröffneten rund 80.000 digitale Geldbörsen, und das gesamte Transaktionsvolumen belief sich auf 692,46 Millionen Won (461.000 US-Dollar). Diese Ergebnisse weckten bei den Banken Zweifel an den kommerziellen Erfolgsaussichten des Projekts, da bereits 30 bis 35 Milliarden Won (20 bis 23,3 Millionen US-Dollar) in den Infrastrukturausbau investiert worden waren.
In der zweiten Testphase wurden neue Funktionen hinzugefügt: biometrische Fingerabdruckauthentifizierung zur Zahlungsbestätigung, direkte Überweisungen zwischen digitalen Geldbörsen und automatische Aufladungen von einem verknüpften Bankkonto mit Umwandlung der Gelder in Einzahlungstoken.
Ein Vertreter der Bank von Korea erklärte, das Hangang-Projekt ziele darauf ab, die Effizienz der Haushaltsmittel zu verbessern und die Verwaltungskosten zu senken. Die Behörden erwägen außerdem, einen Teil des Staatshaushalts (499 Milliarden US-Dollar) in die digitale Won-Infrastruktur zu investieren, um Subventionszahlungsmechanismen zu testen.
Im Februar stellte die Bank von Korea klar, dass die Ausgabe von an den koreanischen Won gekoppelten Stablecoins von Geschäftsbanken durchgeführt werden sollte, da diese beaufsichtigt werden und die Kapitalanforderungen erfüllen.
