
Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte, dass für tokenisierte Zahlungen in Europa ein offenes Abwicklungssystem mit einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) erforderlich sei.
Cipollone bezeichnete den digitalen Euro als „Abwicklungsanker“ für tokenisierte Wertpapiere und Einlagen sowie Stablecoins. Erhält der Verkäufer eines tokenisierten Wertpapiers die Zahlung in volatilen Vermögenswerten wie Token, riskiert er Verluste, erklärte der EZB-Vertreter. Seiner Ansicht nach kann nur eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) Emittenten vor starken Preisschwankungen und Insolvenzproblemen schützen.
Ein Mitglied des EZB-Direktoriums ist der Ansicht, dass Europa klarere und verständlichere Gesetze zur Tokenisierung von Vermögenswerten benötigt. Gesetzesänderungen allein reichen jedoch nicht aus – eine effektive Koordinierung zwischen Regierungsbehörden und privaten Unternehmen ist erforderlich, um gemeinsam transparente Rahmenbedingungen für die Entwicklung tokenisierter Zahlungen zu schaffen.
Die Finanzaufsichtsbehörde entwickelt derzeit das Projekt Pontes, ein System zur Integration von DLT-basierten Plattformen (Distributed-Ledger-Technologie) in die Zahlungsinfrastruktur der EZB und der Zentralbanken der Eurozone. Dadurch können Marktteilnehmer tokenisierte Vermögenswerte mit digitalen Zentralbankwährungen abwickeln. Der Start von Pontes ist für das dritte Quartal 2026 geplant.
Das zweite, langfristige Projekt heißt Appia. Ziel ist es, tokenisierte Vermögenswerte durch die Verwendung gängiger Datenformate und kompatibler Smart-Contract-Standards frei zwischen verschiedenen Blockchain-Plattformen transferieren zu können. Zudem ist der Einsatz von CBDC für Zahlungsabwicklungen vorgesehen.
Im vergangenen Jahr versicherte Cipollone, dass ein digitaler Euro das Geld nicht ersetzen, sondern es als Zahlungsmittel ergänzen würde. Der Bankbeamte ist überzeugt, dass ein digitaler Euro zur Wahrung der europäischen Finanzsouveränität beitragen wird.
