
Ein 20-jähriger Einwohner von Tscheljabinsk muss sich wegen Betrugs vor Gericht verantworten: Laut Ermittlern tätigte er einen Kauf mit gefälschter Kryptowährung.
Laut Anklage entdeckte der junge Mann auf einer Kleinanzeigen-Website eine Computerausrüstung im Wert von 90.000 Rubel. Er kontaktierte den Verkäufer und bot an, die Ausrüstung mit Kryptowährung – USDT, einem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin – zu bezahlen. Der Verkäufer willigte ein und übermittelte ihm seine Krypto-Wallet-Adresse. Nach einiger Zeit trafen die Token an der Adresse ein, und der Verkäufer versandte die Ausrüstung an den Käufer.
Beim Versuch, die USDT zu transferieren oder auszuzahlen, stellte der Verkäufer laut Staatsanwaltschaft fest, dass die Token gefälscht waren. Die Strafverfolgungsbehörden gehen davon aus, dass der Einwohner von Tscheljabinsk die gefälschte Kryptowährung vorsätzlich versendet hat. Die Staatsanwaltschaft hat nicht näher erläutert, was genau als gefälschte digitale Währung gilt.
Die Akten wurden dem Gericht übermittelt. Dem jungen Mann wird Betrug vorgeworfen (Artikel 159 Absatz 2 des russischen Strafgesetzbuches). Ihm droht eine Geldstrafe von bis zu 300.000 Rubel oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Laut Analysten der Kryptobörse AWX ist das Fälschen von Kryptowährungen zwar schwierig, aber möglich. Der Stablecoin USDT besitzt keine eigene Blockchain und fungiert als Second-Layer-Token in anderen Netzwerken (Tron, Ethereum, BNB Chain). In jedem dieser Netzwerke kann jeder einen eigenen Token ausgeben und ihn beliebig benennen, beispielsweise Tether mit dem Tickersymbol USDT. Dieser Token ist jedoch nicht an den US-Dollar gekoppelt, wird nicht an Börsen gehandelt und hat praktisch keinen Wert.
Ende März deckte die vietnamesische Polizei einen Betrug mit gefälschter Kryptowährung im Wert von Milliarden Dollar auf. Die Strafverfolgungsbehörden gehen davon aus, dass die Betreiber der vietnamesischen Plattform ONUS für den Betrug verantwortlich waren.
