
Laut einem Bericht der Financial Times hat der Stablecoin-Emittent Tether die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit der Durchführung einer vollständigen Prüfung seiner Reserven und Finanzberichte beauftragt.
Laut der Veröffentlichung beschränkt sich die Prüfung nicht auf die Rücklagen, sondern umfasst auch die Verbindlichkeiten und das interne Kontrollsystem des Unternehmens. Möglicherweise wird auch PwC, eine weitere der „Big Four“, in den Prozess einbezogen.
Das Audit zielt darauf ab, die Transparenz und das Vertrauen in USDT zu erhöhen. Das Unternehmen versichert, dass der Stablecoin vollständig durch Reserven gedeckt ist und über eine hohe Liquidität verfügt.
Die Financial Times bringt die Vorbereitungen für die Wirtschaftsprüfung mit Tethers Expansionsplänen auf dem US-Markt und der Suche nach Investoren in Verbindung. Im Februar erwog das Unternehmen, 15 bis 20 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von rund 500 Milliarden US-Dollar aufzunehmen, stieß jedoch auf verhaltene Reaktionen der Anleger, die unter anderem Bedenken hinsichtlich der Transparenz der Reserven äußerten.
Tether erklärte, dass das Unternehmen in den letzten Jahren seine Reservestruktur zugunsten konservativerer Instrumente überarbeitet, eine regelmäßige Offenlegung von Informationen über deren Zusammensetzung eingeführt und die Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden ausgebaut habe.
Laut der Financial Times könnte die Entscheidung für KPMG mit personellen Faktoren zusammenhängen: Der Leiter der internen Revision von Tether war zuvor bei dem Unternehmen tätig. KPMG ist gemessen am Umsatz das umsatzschwächste der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften.
Zuvor hatte Tether-Sprecher Bo Hines erklärt, das Unternehmen plane, seine Bestände an US-Staatsanleihen, die zur Deckung des Stablecoins USDT dienen, aufzustocken.
