
Alex Thorn, Forschungsleiter des amerikanischen Unternehmens Galaxy Research, erklärte, dass die Risiken eines Bitcoin-Hacks durch Quantencomputer stark übertrieben seien.
Thorne räumte ein, dass diese Bedrohung durchaus möglich ist. Theoretisch könnte ein ausreichend leistungsstarkes Quantensystem tatsächlich einen privaten kryptografischen Schlüssel aus einem öffentlichen Schlüssel rekonstruieren und so Transaktionsfälschung und -diebstahl ermöglichen. Laut dem Analysten ist es jedoch falsch, dieses Szenario als unvermeidlich oder einzigartig für Bitcoin zu betrachten: Ähnliche Risiken betreffen potenziell alle modernen kryptografischen Verfahren.
Laut dem Forschungsleiter bereiten sich die Entwickler bereits auf die Herausforderung der Quantenkryptographie vor. Es werde bereits an der Implementierung neuer Adresstypen mithilfe von Post-Quanten-Kryptographie gearbeitet, wodurch Nutzer Gelder im Voraus in eine sicherere Umgebung transferieren könnten, versicherte Thorne.
Gleichzeitig werden Mechanismen diskutiert, um die Verwendung „alter Coins mit offengelegten Schlüsseln“ einzuschränken. Dies soll systemische Risiken reduzieren, ohne Vermögenswerte zu beschlagnahmen, so der Analyst. Seiner Meinung nach ist die Entwicklung von Quantencomputern, die moderne Verschlüsselungsalgorithmen knacken können, noch in weiter Ferne. Die offene Architektur von Bitcoin ermöglicht es der Community, das Protokoll im Voraus anzupassen und notwendige Änderungen ohne kritische Folgen für das Netzwerk umzusetzen, meint Thorne.
Analysten von Ark Invest und Unchained hatten zuvor erklärt, dass mindestens ein Drittel der existierenden Bitcoins potenziell durch eine Quantenbedrohung gefährdet seien, deren praktische Umsetzung jedoch noch in weiter Ferne liege.
