
Die russische Zentralbank hat dem Kryptowährungskreditgeber DigiCash illegale Aktivitäten und „aggressives Inkasso“ vorgeworfen. Laut einem Eintrag im Sonderregister der Zentralbank haben die Gründer von DigiCash bewusst den Namen des Unternehmens des Kryptografie-Veteranen David Lee Chaum übernommen, das in den 1990er Jahren geschlossen wurde.
Der russische Dienst DigiCash bietet Kunden Kredite in USDT-Stablecoins an, die anschließend in Rubel umgetauscht werden können. Das Unternehmen weist jedoch darauf hin, dass es außerhalb des russischen Rechtsrahmens agiert und keine Lizenz der russischen Zentralbank für Finanzdienstleistungen besitzt. Die Kommunikation mit den Kunden erfolgt hauptsächlich über Instant-Messaging-Apps. Laut der russischen Zentralbank sammeln DigiCash-Mitarbeiter sensible Kundendaten, um später Schulden einzutreiben.
„Die illegalen Anbieter geben keine echten Adressen oder Telefonnummern an. Sie nutzen ausschließlich soziale Medien, Gruppen und Instant-Messaging-Apps zur Kommunikation, um alle Korrespondenz sofort löschen und ihre Spuren verwischen zu können“, erklärte Alexander Schkarubo, Leiter der Filiale der Bank von Russland in der Region Sachalin, und erläuterte damit die Aufnahme des Krypto-Kreditgebers in die Liste.
DigiCash tauchte erstmals im Oktober letzten Jahres im Register der Unternehmen mit „erkannten Anzeichen illegaler Aktivitäten auf dem Finanzmarkt“ auf. Am 19. Januar wurde die Liste der bekannten Internetadressen des Dienstes auf 35 erweitert.
Chaums DigiCash wurde vor 37 Jahren in den Niederlanden registriert. Das Unternehmen bot elektronische Geldtransfers an und ermöglichte anonyme Transaktionen mithilfe kryptografischer Protokolle, die vom Gründer des Dienstes entwickelt worden waren. DigiCash stellte den Betrieb 1998 ein.
Die kalifornischen Behörden haben kürzlich den großen Krypto-Kreditgeber Nexo mit einer Geldstrafe belegt, weil er Kredite ohne Prüfung der Kreditwürdigkeit der Kunden vergeben und keine Betriebserlaubnis besessen hat.
