
Mike Novogratz, CEO des amerikanischen Finanzunternehmens Galaxy Digital, erklärte, dass der Bitcoin-Wechselkurs bis Ende des Jahres im Bereich von 60.000 bis 80.000 US-Dollar liegen werde.
Seinen Angaben zufolge spielen in den letzten Wochen nicht mehr große Hedgefonds, sondern Privatanleger eine Schlüsselrolle auf dem Kryptowährungsmarkt. Sie treiben den Großteil der Nachfrage nach der führenden Kryptowährung an.
„Ich erwarte, dass Bitcoin in diesem Jahr zwischen 60.000 und 80.000 US-Dollar gehandelt wird. Bei 80.000 US-Dollar könnte es zu erheblichem Verkaufsdruck kommen, aber sobald diese Schwelle überschritten ist, tritt der Markt in die eigentliche Preisfindungsphase ein“, prognostizierte Novogratz.
Er stellte fest, dass Privatanleger zunehmend indirekte Methoden nutzen, um in Bitcoin zu investieren. Insbesondere Spot-ETFs – wie der iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT) – erfreuen sich großer Beliebtheit, ebenso wie Aktien von Strategy, dem größten börsennotierten Bitcoin-Inhaber. Strategy-Aktien, die unter dem Tickersymbol MSTR gehandelt werden, gelten vielen Marktteilnehmern als eine Art „Bitcoin-Ersatz“.
Novogratz kommentierte die aggressive Bitcoin-Akkumulationsstrategie von Strategy-CEO Michael Saylor und merkte an, dass dessen Maßnahmen einen erheblichen Einfluss auf den Markt haben. Laut Saylors CEO von Galaxy Digital hat die regelmäßige Umwandlung der durch Aktienemissionen eingenommenen Gelder in Bitcoin einen einzigartigen Vertrauenskreislauf unter den Investoren geschaffen.
„Ich wette, Saylor wird in den nächsten drei Jahren keinen einzigen Bitcoin verkaufen“, sagte Novogratz.
Er glaubt, dass wirklich kritische Szenarien für den Preis der ersten Kryptowährung nur dann eintreten können, wenn die Wallets des anonymen Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto aktiviert werden oder wenn der kryptografische Schutz des Netzwerks mithilfe von Quantencomputern gehackt wird.
Der Chef von Galaxy Digital ging auch auf die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten ein. Er ist der Ansicht, dass die US-Wirtschaft eine sogenannte K-förmige Erholung durchläuft, bei der wohlhabende Privatpersonen und Akteure im Technologiesektor weiterhin vom Marktwachstum profitieren, während sich die Situation für viele andere Amerikaner verschlechtert.
Die zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit und die allmähliche Schwächung des globalen Einflusses des Dollars veranlassen Investoren dazu, nach alternativen Anlagen, einschließlich Bitcoin, zu suchen, glaubt Novogratz.
Zuvor hatte der Chef von Galaxy Digital erklärt, dass die Ära der chaotischen Schwankungen auf dem Kryptowährungsmarkt, die an Humpty Dumpty erinnerte, von einer reiferen Phase abgelöst werde, in der die Entscheidungen der wichtigsten Marktteilnehmer die Preise der wichtigsten Kryptowährungen bestimmen.
