
Die portugiesische Glücksspielaufsichtsbehörde (SRIJ) hat der Blockchain-basierten Vorhersageplattform Polymarket eine Frist von zwei Tagen gesetzt, um den Betrieb im Land einzustellen. Offiziell wurde als Grund das Fehlen einer Wettlizenz für Polymarket angegeben.
In den vergangenen Tagen hat die Nutzeraktivität auf der Plattform stark zugenommen. Auslöser dieses Anstiegs waren die Präsidentschaftswahlen, die am 18. Januar in Portugal stattfanden. Das Wettvolumen auf den Wahlausgang überstieg 103 Millionen Euro (ca. 120 Millionen US-Dollar). Portugiesische Medien berichteten über die Gefahren von Insiderhandel auf Polymarket. Laut dem Radiosender Renascença wurden wenige Stunden vor Bekanntgabe des Wahlsiegs von António José Seguro mehr als 4 Millionen Euro von der Prognoseplattform abgehoben. Die Prognostiker hatten die Wahrscheinlichkeit seines Wahlsiegs auf 60 % geschätzt, während sein Rivale André Ventura mit 30 % gewählt wurde.
Die portugiesische Glücksspielbehörde SRIJ beharrt darauf, dass Wetten auf politische Ereignisse in Portugal illegal sind. Die lokalen Gesetze zum Online-Glücksspiel erlauben Sportwetten, Online-Casino-Spiele und Pferdewetten. Obwohl Polymarket für portugiesische Nutzer weiterhin zugänglich ist, beabsichtigt die Behörde, Internetanbieter zu zwingen, die Plattform innerhalb von 48 Stunden zu sperren. Die Behörde hat nicht angegeben, was mit den Guthaben der Nutzer geschieht, wenn diese sie nicht vor der Sperrung abheben.
Polymarket ist eine Plattform, auf der Nutzer auf reale Ereignisse wetten können – von politischen Wahlen bis hin zu Sportereignissen. Das Prinzip ist einfach: Teilnehmer erwerben Token, die den möglichen Ausgang eines Ereignisses repräsentieren; je mehr Token verkauft werden, desto mehr Stimmen erhält man für ein bestimmtes Ergebnis. Die Blockchain-Plattform wurde 2020 gegründet.
Die Plattform Polymarket ist in 33 Ländern offiziell verboten, darunter Russland, Belarus, Singapur, Italien, Thailand, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Australien und Belgien. In einigen Ländern, wie beispielsweise Belgien, ist der Zugriff auf Polymarket vollständig gesperrt. In Russland wurde der Betrieb der Website eingeschränkt. In Frankreich können Nutzer zwar die Inhalte der Plattform einsehen, aber keine Transaktionen durchführen. In Polen und Thailand lassen sich bestehende Positionen schließen, aber keine neuen eröffnen.
Am 12. Januar wurde Polymarket auf die Liste der von den ukrainischen Behörden verbotenen Unternehmen gesetzt. In den USA wurde nach einem Skandal um Insiderwetten auf die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ein Gesetzentwurf zur Einschränkung von Prognosemärkten eingebracht.
