
Der CLARITY Act, der einen neuen Regulierungsrahmen für Stablecoins in den USA einführt, verändert grundlegend die Erwartungen der Anleger an die Aussichten der emittierenden Unternehmen.
Ignacio Aguirre, Marketingchef der Kryptobörse Bitget, und Dmitry Machikhin, Gründer und CEO von BitOK, sprachen mit BeInCrypto darüber.
Ein neuer Standard für Märkte
Laut Ignacio Aguirre beginnt die neueste Version des CLARITY-Gesetzes, die Art und Weise zu verändern, wie Märkte Geschäftsmodelle im Zusammenhang mit Stablecoins bewerten, insbesondere dort, wo Wachstumserwartungen an Benutzerbelohnungen und Anreize für die Aufbewahrung von Geldern gekoppelt waren.
„Die vorgeschlagenen Renditeobergrenzen für Stablecoin-Guthaben deuten darauf hin, dass künftige Regulierungen eine klarere Trennlinie zwischen Zahlungsinfrastruktur und Produkten, die Bankeinlagen ähneln, ziehen könnten. Für die Märkte schafft dies einen eindeutigeren Rahmen für die Entwicklung von Stablecoin-Emittenten im Einklang mit der sich abzeichnenden US-Finanzpolitik“, bemerkte Ignacio Aguirre.
Die scharfe Neubewertung von Circle
Die Auswirkungen der neuen Regulierungen zeigten sich am deutlichsten bei der Kursentwicklung der Circle-Aktien. Angesichts der zunehmenden regulatorischen Klarheit erlebte CRCL eine starke Neubewertung: Die Aktien fielen auf rund 100 US-Dollar, nachdem sie zuvor im Handel über 126 US-Dollar gehandelt worden waren.
Aktienchart im Kreis. Quelle: TradingView
Dieser Schritt spiegelt einen Wandel der Erwartungen hinsichtlich der langfristigen Einnahmengenerierung von Stablecoin-Emittenten wider, falls passive Belohnungsmechanismen durch zukünftige Regulierungen eingeschränkt werden. Obwohl Reserveerträge weiterhin ein Schlüsselelement des Finanzmodells von Circle darstellen, könnte eine geringere Flexibilität der Anreizmechanismen die Akzeptanz von Stablecoins an Börsen, in Wallets und auf Zahlungsplattformen beeinträchtigen.
Konsequenzen
Ein Experte von Bitget betonte, dass die Märkte für digitale Vermögenswerte einen umfassenderen Effekt berücksichtigen: Die Regulierung beeinflusst zunehmend die Kapitalallokation zwischen Krypto-Aktien und Infrastrukturprojekten. Der Druck auf Circle spiegelt eher politische Unsicherheit als eine nachlassende Nachfrage nach Stablecoins wider – USDC spielt weiterhin eine bedeutende Rolle auf dem Markt für in US-Dollar denominierte digitale Vermögenswerte.
„Langfristig könnten klarere Renditeobergrenzen die Positionierung von Stablecoins als regulierte Abwicklungsinfrastruktur stärken und gleichzeitig den Fokus der Investoren auf Zahlungen, Treasury-Management und die Akzeptanz in Unternehmen verlagern“, schloss Ignacio Aguirre.
Auch Dmitry Machikhin äußerte sich zu der Situation. Er ist der Ansicht, dass die Begrenzung der Renditen von Stablecoins ein logischer Schritt der Regulierungsbehörden hin zu einer klaren Unterscheidung zwischen Zahlungsmitteln und Einlagenprodukten sei.
„Die Einführung solcher Beschränkungen wird Stablecoin-Emittenten zwingen, ihre Geschäftsmodelle von passivem Einkommen auf Umsatzgenerierung durch Transaktionsvolumen und Integration in die Zahlungsinfrastruktur umzustellen. Unternehmen, die sich schnell an diese Bedingungen anpassen, werden sich im regulierten Stablecoin-Markt einen Wettbewerbsvorteil verschaffen“, so der Experte.
Zur Erinnerung: BeInCrypto hat zuvor untersucht, wie Regulierungsbehörden in verschiedenen Ländern die rechtlichen Normen für den Markt für digitale Vermögenswerte gestalten.
