Der digitale Rubel hat Einzug in Regierungsaufträge gehalten.

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Zum ersten Mal in Russland wurde der digitale Rubel im Rahmen eines Regierungsvertrags für tatsächliche Zahlungen verwendet.

Die VTB Bank und Mosinzhproekt haben den Bau der Moskauer Metro mit dem digitalen Rubel bezahlt. Die Zahlung erfolgte im Rahmen eines bestehenden Regierungsvertrags und ist die erste ihrer Art im Land.

Der digitale Rubel in Regierungsaufträgen

Die Zahlungen erfolgten über die Plattform der russischen Zentralbank mithilfe digitaler Rubelkonten. Um die Transaktionen zu erleichtern, erhöhte die Aufsichtsbehörde im Vorfeld die maximalen Überweisungsbeträge, sodass auch größere Zahlungen ohne Einschränkungen abgewickelt werden konnten.

Vier Auftragnehmer waren gleichzeitig an der Operation beteiligt. Die Gelder flossen nahezu in Echtzeit durch die gesamte Kette, woraufhin die Unternehmen die digitalen Rubel auf ihre regulären Bankkonten überwiesen.

Der Moskauer Vizebürgermeister Wladimir Jefimow berichtete, dass dies das erste Beispiel in Russland sei, bei dem der digitale Rubel zur Ausführung eines Regierungsvertrags und nicht im Rahmen eines Tests eingesetzt werde.

Laut Maria Bagreeva, stellvertretende Bürgermeisterin von Moskau und Leiterin der Abteilung für Wirtschaftspolitik und Entwicklung, rechnet die Stadt im Jahr 2026 mit einem Anstieg der Zahl solcher Zahlungen sowie mit einer Ausweitung der Anwendungsbereiche des digitalen Rubels, darunter Geräteverleih und Lohnzahlungen.

Die U-Bahn wurde bereits 2023 zum Testfeld für den digitalen Rubel.

Die Verwendung des digitalen Rubels in der Moskauer Metro begann lange vor der Unterzeichnung der Bauverträge.

Im August 2023 wurden Pläne für einen Testverkauf von Troika-Souvenirkarten und Koshelek-Karten mit Guthaben in digitalen Rubeln angekündigt. Das Pilotprojekt startete im Oktober 2023, wobei die Projektteilnehmer die ersten Troika-Karten mit digitaler Währung erwarben.

Die nächste Phase begann im März 2025. Die Moskauer Metro startete einen geschlossenen Testlauf für digitale Rubel-Zahlungen mittels eines universellen QR-Codes. Der stellvertretende Moskauer Bürgermeister für Verkehr, Maxim Liksutov, berichtete, dass die Teilnehmer einer Fokusgruppe Troika-Karten erwerben und diese durch Scannen eines einheitlichen QR-Codes an der Kasse mithilfe einer Banking-App aufladen konnten. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Zentralbank Russlands und der VTB Bank durchgeführt.

Die Vor- und Nachteile des digitalen Rubels

Zu den Hauptvorteilen des digitalen Rubels zählen schnelle und kostenlose Überweisungen zwischen digitalen Geldbörsen sowie operative Transparenz. Alle Transaktionen werden direkt auf der Plattform der russischen Zentralbank erfasst, was die Überwachung von Haushaltsausgaben und Regierungsaufträgen vereinfacht.

Gleichzeitig weisen Experten auf eine Reihe von Risiken hin. Dazu zählen geringe digitale Kompetenzen in Teilen der Bevölkerung, potenzielle technische Störungen, Betrugsanfälligkeit und verstärkte Ausgabenkontrollen. Die Technologie des digitalen Rubels ermöglicht Beschränkungen bei der Verwendung der Gelder, was bei den Nutzern Besorgnis auslöst.

Ein weiteres Problem betrifft das Bankensystem. Wenn ein erheblicher Teil der Gelder in den digitalen Geldbörsen der russischen Zentralbank gespeichert wird, könnten die Geschäftsbanken mit einer schrumpfenden Ressourcenbasis konfrontiert werden, was potenziell zu höheren Gebühren und Zinsen führen könnte.

Ab Oktober 2025 wird der digitale Rubel für Sozialleistungen – Renten und Sozialleistungen – verwendet. Dieser Ansatz folgt der Logik der Einführung des Mir-Zahlungssystems, das ebenfalls mit Budgetzahlungen begann.

Der digitale Rubel wird bereits im Transportwesen, bei Sozialleistungen und öffentlichen Aufträgen eingesetzt. Seine weitere Verbreitung hängt von der Stabilität des Systems und dem Vertrauen der Bürger und Unternehmen ab.

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