
Beamte des Internationalen Währungsfonds erklärten am Mittwoch, dass das Tempo des Preiswachstums in den Vereinigten Staaten laut dem ersten Artikel-IV-Bericht der Trump-Administration erst Anfang 2027 wieder das 2%-Ziel der Federal Reserve erreichen werde.
Analysten zufolge bleibt eine deutliche Lockerung der Geldpolitik trotz der optimistischen Äußerungen des Staatsoberhaupts eine ferne Perspektive.
Die Agentur wies auf kritische Budgetrisiken hin.
Die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, erklärte gegenüber Reportern, das US-Leistungsbilanzdefizit sei weiterhin übermäßig hoch. Die Organisation schätzt, dass es kurzfristig zwischen 3,5 % und 4 % des BIP liegen wird. Die Empfehlungen des IWF weichen deutlich von der aktuellen Politik des Weißen Hauses ab. IWF-Direktor für die westliche Hemisphäre, Nigel Chalk, betonte, die effektivste Methode zur Defizitreduzierung sei die Haushaltskonsolidierung, nicht die Einführung von Handelszöllen.
Die Haushaltslage ist äußerst angespannt. Analysten prognostizieren, dass das Bundeshaushaltsdefizit in den kommenden Jahren bei 7–8 % des BIP liegen wird. Dies ist mehr als doppelt so hoch wie die von Finanzminister Scott Bessent formulierten Ziele. Darüber hinaus könnten die gesamten Staatsschulden bis 2031 140 % des BIP erreichen. Laut Experten des Finanzministeriums stellt der steigende Schuldenstand eine wachsende Bedrohung für die Stabilität der amerikanischen und globalen Wirtschaft dar.
Die Erwartungen des Weißen Hauses kollidieren mit der makroökonomischen Realität.
Der IWF-Bericht wurde einen Tag nach der Rede des Präsidenten zur Lage der Nation veröffentlicht. In seiner Rede zeichnete Donald Trump ein positives Bild der Kreditkosten. Er behauptete, die Hypothekenzinsen hätten ein Vierjahrestief erreicht. Zudem wies er auf einen Rückgang der jährlichen Kosten für Hausbesitzer um fast 5.000 US-Dollar seit seinem Amtsantritt hin. Der Präsident präsentierte diese Zinsentwicklung als Lösung für die Immobilienkrise, die unter der Vorgängerregierung entstanden war.
Die Statistiken des IWF zeichnen jedoch ein anderes Bild. Da die Inflation das Ziel der Aufsichtsbehörde voraussichtlich erst 2027 erreichen wird und das Haushaltsdefizit die geplanten Indikatoren übersteigt, verstärken sich die fundamentalen Voraussetzungen für die Beibehaltung hoher Zinsen. Der IWF schätzt das US-Wirtschaftswachstum für 2026 auf 2,4 %. Diese Stabilität gibt der Federal Reserve wenig Anlass, die Kreditkosten dringend zu senken.
Der Einfluss makroökonomischer Faktoren auf den Kryptowährungsmarkt
Die Auswirkungen der aktuellen Lage auf risikoreiche Finanzinstrumente sind eindeutig. Anhaltende Inflation und ein wachsendes Haushaltsdefizit verringern die Wahrscheinlichkeit aggressiver Zinssenkungen in diesem Jahr. Der Kryptowährungsmarkt, der in Erwartung einer Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Ende 2025 einen Aufschwung erlebt hatte, muss nun Vorsicht walten lassen.
Der Hauptwiderspruch besteht darin, dass die aktuelle expansive Fiskalpolitik, einschließlich umfangreicher Steuersenkungen, die Hauptursache für das Haushaltsdefizit ist. Dieser Umstand zwingt die Aufsichtsbehörde, die Zinsen hoch zu halten. Somit behindert die Politik der Regierung strukturell den Wunsch des Präsidenten nach günstigen Krediten. Obwohl keine unmittelbare Krise vorhergesagt wird, deutet die beschriebene Entwicklung darauf hin, dass die Lockerung der Finanzbedingungen äußerst langsam vonstattengehen wird.
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